Die beiden Besitzer Monsieur Guffens und Madame Heynen sind Belgier aus Flandern. Der Hauptteil der Rebfläche, für den die Familie Guffens-Heynen berühmt ist, ist ein vier Hektar großer Weinberg in Mâcon mit einer Pflanzdichte von 10.000 Stöcken pro Hektar. Der Weinberg teilt sich auf in jüngere Reben, die Anfang der 2000er gepflanzt wurden und in alte Reben, die 80 bis 90 Jahre alt sind. Die Erträge gehen nie über 25 Hektoliter je Hektar, manchmal sogar unter 20 Hektoliter. Im Keller werden die Ganztrauben eingemaischt und auf einer uralten Korbpresse händisch gepresst, der Saft wird in drei Fraktionen aufgeteilt: Der Free Run, der mittlere Teil und die harte Pressung. In den Topweinen landet ausschließlich der Vorlaufsaft mit seiner hohen Säure bei gleicher Reife wie in den anderen Fraktionen. Über drei Monate hinweg wird ganz langsam fermentiert. Die Reduktion in der Nase des finalen Weins wird ein bisschen über den Zeitpunkt des Starts der Fermentation in den Barriques gesteuert. Nach der Presse wird der Vorlaufsaft bei manchen Weinen etwas länger sedimentiert und somit mit einem geringeren Hefeanteil in die Barriques gegeben. Bei den Topweinen wird der Saft relativ schnell in die Barriques gegeben, sodass sich die Hefe nicht so stark absetzen kann. Das fördert die Reduktion und gibt eine zusätzliche Komponente und Feinheit. Man muss allerdings sehr aufpassen, das Ganze nicht zu übertreiben, da sonst die Weine zu reduktiv werden. Der Holzkontakt liegt insgesamt bei nur zehn Monaten, 20 Prozent des Holzes ist neu. Guffens-Heynen ist ein Verfechter der späten Ernte, die phenolische Reife der Schale muss komplett gegeben sein. Um so wichtiger ist es später während der Pressung, den Free Run Juice abzutrennen und nur diesen für die Topweine zu verwenden, um die hohe Säure bei hoher phenolischer Reife zu erreichen. 2025 ist ein atemberaubendes Jahr, enorm tief, kommt mit deutlich mehr Power als das kühle Vorjahr 2024. Wir sind bei einer Renaissance von 2015, aber mit mehr Reduktion. Der Wein duftet zugleich süß und un-süß, sehr faszinierend. Er wirkt wuchtiger als er tatsächlich schmeckt, einfach weil er solch eine gigantische Konzentration hat. Stromlinienförmig geschliffener Mund, der immer weiter auffächert im Nachhall, schiebt und schiebt. Quitte, Mirabelle, etwas Litschi obendrüber. Ganz feine Exotik, aber zugleich so reduktiv und kanalisiert, dass es nur zum Staunen ist. 2025 wird wohl sehr lange halten, es hat so viel Substanz. Erinnert etwas an 2009, oder eben 2015. In Pouilly-Fuissé und in Mâcon stellt Guffens-Heynen sicherlich einen Sonderfall dar. Schwer auffindbar, extrem gesucht und qualitativ kaum erreichbar in einer eigenen Liga. Schräg und gleichzeitig grandios.