Der Paulinshofberg liegt in Kesten an der Mosel, eine Fortsetzung der Brauneberger Juffer Moselaufwärts, uralte Reben mit etwas mehr Ostausrichtung, also eher kühler. Hat aber einen etwas brauneren, tieferen, kräftigeren Schieferboden. Also ordentlich Power aus dem Boden. Aus diesem Bereich absoluter Steillagen erzeugt Oliver Haag schon recht lange die besten Weine seines Gutsweins. Erstmals mit 2019 hat er die besten Parzellen und die ältesten Reben aus dieser Großen Lage separiert zu einem neuen Großen Gewächs. Die Besonderheit ist nicht nur das Lehm-tonige-Schiefer-Terroir, sondern auch das Alter der Reben in Einzelpfahlerziehung, und vor allem auch die Frische und die Kühle der teilweise östlicheren Exposition. Die Reben stehen auf tiefem, eher feuchtem Schiefer. Es ist eine Art lehmhaltiger Grauschiefer und ein Einschnitt im Berg, aber in direkter Nachbarschaft zur Brauneberger Juffer. Eine Süd-Südost Ausrichtung. In warmen Jahrgängen ist das ein sehr guter Weinberg, der seinen GG-Status locker rechtfertigt. Die Nase ist dunkelwürzig und schwarzbeerig, schwarzer Sesam, frischer schwarzer Pfeffer. Die erdige Würze ist wirklich das, was diesen Wein ausmacht. Zart salzig an den Zungenrändern, mit sehr feiner Struktur, animierend und mundwässernd, fast kreidig hintenraus. Den Paulinshofberg kann man oft mit Chablis vergleichen, auch wenn er erdiger als Chablis ist. Aber dieses kristalline, strahlende, straffe geht schon klar in diese Richtung. Das ist schon extrem stark! 96-97+/100,