Ferraton Pere et Fils: Crozes Hermitage Lieu-dit Les Pends 2025

Ferraton Pere et Fils: Crozes Hermitage Lieu-dit Les Pends 2025

BIO

Zum Winzer

Marsanne 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2040
Lobenberg: 94–95/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Crozes Hermitage Lieu-dit Les Pends 2025

94–95
/100

Damien hat bereits Anfang August festgestellt, dass die Reife noch schneller voranschreitet als gedacht. Am Ende war 2025 fast so frühreifend wie 2003. Die Lese begann in Les Oliviers Blanc bereits am 19. August und die weißen wurden in den anschließenden Wochen durchgehend gelesen. Die Roten hat Damien noch etwas hängen lassen, um die einsetzenden Regenfälle Anfang September abzuwarten. Alles was vor dem Regen gelesen wurde, ist hyperkonzentriert und sehr fest gebaut, nach dem Regen gelesen waren die Trauben etwas eleganter, es gab mehr Saftausbeute, die Tannine sind etwas zarter ausgefallen. Es ist Damien Brissets 21er Jahrgang bei Ferraton, die Domaine kann von seiner riesigen Erfahrung profitieren, genau den richtigen Lesezeitpunkt in jeder Parzelle zu treffen. Und in den letzten Jahren wird er immer präziser. Er hat sein Team auf immer schnellere und fokussiertere Lesegänge eingestellt, teilweise wird 3 mal in derselben Parzelle gelesen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten, um noch mehr Komplexität zu erreichen. Das ist der Schlüssel wie man diese modernen Jahrgänge mit wirklicher Größe in den Keller bringt. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Nichtsdestotrotz reiht sich 2025 in die Reihe der heißen Blockbuster wie 2022, 2023, 2019 etc. ein. Es ist ein enorm konzentrierter, reicher Jahrgang, dem Damien Brisset eine erstaunliche Eleganz entlockt hat. Der alte Michel Ferraton hat den roten Grand Courtil immer seinen »kleinen« Hermitage genannt. In Weiß ist das nicht Grand Courtil, sondern Les Pends. In einer Blindprobe würden man diesen kraftvollen, in die mineralische Breite schiebenden Wein kaum nach Crozes stecken. Da steckt mehr drin, viel mehr. Die Frucht ist zitrisch und hell, wirkt schlanker als im exotischen Grand Courtil, was auch an fehlender Roussanne liegt. Aber für eine reine Marsanne kommt dann im Mund das große Erwachen. So viel Power, dass sich die Augen zusammenziehen, Zitronenabrieb, kandierter Ingwer, weißer Pfeffer, Sesam, alles schießt nochmal durch. Die Bitterstoffe treiben den Wein, sind aber hochfein. Das Holz ist nahezu nicht spürbar. Ein grandioser Weißwein von der Rhône.

Mein Winzer

Ferraton Père et Fils

Samuel Ferraton, Vertreter der vierten Generation im Weingut, gab 1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit.

Crozes Hermitage Lieu-dit Les Pends 2025