Nach einem relativ warmen Sommer mit guten Niederschlägen sah alles nach einem relativ entspannten Jahr aus. Dann ging es aber sehr früh in die Lese, währenddessen ein größerer Regen einsetzte. Dann musste es richtig schnell gehen und auch viel ausgelesen werden. Die Erträge wurden dadurch dezimiert, am Ende war es mengenmäßig kein so großes Jahr wie gedacht. Das Ergebnis ist ein köstlich intensiver, aromatischer Jahrgang mit satter Power mit einer Tendenz zu Jahren wie 2023 oder 2015, weil auch die Säurefrische erstaunlich hoch geblieben ist, trotz satter Mostgewichte. Alle GGs werden bei Loosen gleich behandelt. Top-gesundes, reifes Lesegut absolut botrytisfrei gelesen bei den GGs. Sanftes Abpressen, dann folgt die Spontangärung. Natürliche Klärung durch Sedimentation, aber nicht zu blank, schon mit etwas Dreck und Speck. Dann direkt in die großen, alten Holzfässer mit langem Hefekontakt. Ernie Loosen füllt extrem spät, stellt auch zur Premiere in Wiesbaden Ende August immer nur Fassproben an. Die Weine werden im Herbst 2026 gefüllt. Das Himmelreich ist ein Archetyp für die Mittelmosel mit seinen feinen Feuersteinnoten und der strahlenden, offenherzigen Frucht von weißfleischiger Birne, weißem Pfeffer und kandierten Zitrusschalen. Wir sind in einer seidigen Entspanntheit, nichts sticht, kein Freakstoff wie 2021, sondern geschmeidiger, fruchstarker Riesling. Kein kühler Gesteinshammer, sondern ein saftig-verspieltes Delikatessen-GG mit sehr früher Zugänglichkeit. Ein ganz anderer Typ als das kühle, steinige 2024, das karger war. 2025 ist umarmend, warmfruchtig und tänzelnd. Très chic.