»Gras im Ofen« ist eine ganz besondere Parzelle innerhalb der Gewann »Hinter Winklen« am Ihringer Winklerberg. Von hier kommen Jahr für Jahr große Weine, gerade die weißen Burgundersorten zählen unumstritten zu den besten Deutschlands. Die Lage ist nach Süd-Südwest exponiert, liegt aber ein Stück um den Berg herum und bekommt durch die vorgelagerte Zunge des Rappeneckers genügend Schatten. Oben drüber steht der Wald, die kühle Luft sinkt in die Reben und macht »Gras im Ofen« zur kühlsten Lage am ganzen Winklerberg. Im Boden Vulkangestein mit Kalkadern, dazu alte Chardonnay-Reben aus den frühen und mittleren 80er Jahren. Bei Heger ergibt das eine gänzlich andere Stilistik als bei Huber, Ziereisen, Keller oder Salwey, aber in Summe gehören sie alle zu den großen badischen Chardonnay-Erzeugern. Für 15 Monate im Barrique und anschließend noch drei Monate im Edelstahl auf der Feinhefe ausgebaut. 2023 steht etwas kühler, frischer und mineralischer da als der 22er, deutlich feiner und noch eleganter. Die Nase beginnt leicht reduktiv, dann öffnet sich ein Bild von rauchiger Steinigkeit, von zarter Frucht umhüllt. Marille, Mandarinenschale, reife Zitrone, auch ein Hauch Apfel. Schon in der Nase eher in Richtung Puligny gedacht. Am Gaumen mit viel Struktur und feiner, vom Holz sanft getragener Cremigkeit. Reife Zitrusfrüchte, weißer Pfirsich, dazu leicht grünliche Limettennoten. Enormer Zug, mit feiner Gerbstoffstruktur im Nachhall. Alles läuft schlank und salzig-mineralisch auf dieser saftigen gelben Frucht. Der Mittelbau verbindet zitrische Rasse, salzige Energie und die feine Cremigkeit zu einem langen, klaren Finale mit Hefeschmelz. Irre Spannung, dabei wunderbar balanciert, kristallklare Mineralität, sehr feingliedrig. Ein Chardonnay auf absolut höchstem Niveau, kühl, präzise und mit großem Reifepotenzial.,