Die Lage Kirchweingarten liegt im Dorf Höflein, einige Kilometer westlich von Prellenkirchen. Eine kleine Riede, nach Süden abfallend und geprägt von sehr kalkhaltigen Böden mit Löss- und Tonauflage. Kirchweingarten ist von allen Lagen die, die meist am frühesten zugänglich ist und sich schon in der Jugend häufig so offen und delikat präsentiert. Durch die perfekte Südausrichtung werden die Reben einerseits mit ausreichend Sonne versorgt, wurzeln aber auf kühlem Terroir. Das ergibt einen Blaufränkisch von intensiver Frucht und mit feiner Struktur, der gleichzeitig enorm elegant und geschliffen daherkommt. 2023 spielt dieser Stilistik perfekt in die Karten: sonnige Tage sorgten für reife, intensive Frucht, die kühlen Nächte hielten Säure, Frische und Spannung hoch. Ein klassischer, enorm feiner Jahrgang mit fast burgundischer Anmutung. Wie alle Weine sehr sanft extrahiert und schonend gepresst, dann im großen, gebrauchten Holz für etwa 20 Monate ausgebaut. Unfiltriert abgefüllt. Wunderschöne, duftig-florale Nase. Veilchen trifft auf Kirschblüte, dunkle, süße Kirsche, rotfleischigen Pfirsich und Zwetschge. Auch ein Hauch von Orangenschokolade. Alles wirkt dabei unglaublich fein verwoben, kühl und fast schwebend. Im Mund dann auch diese wunderbar klare Kirschfrucht in allen Schattierungen. Süße von Schwarzkirsche mit feinsäuerlicher, rötlicher Kirsche im Wechselspiel. Hier ist auch wieder etwas zitrische Säure mit im Spiel. Sehr saftig, glasklar und enorm fein gezogen – die reife Frucht ist da, aber nie auf Kosten der Leichtigkeit. Schöne Dichte und salzige Mineralität komplettieren gemeinsam mit dem kalkigen, seidig-feinen Tannin diesen zarten, aber doch auch druckvollen Riedenwein auf Premier-Cru-Niveau. Das Finale zieht sich minutenlang über Salz, Kirsche und dieses ultrafeine Tannin. Große Eleganz, viel Finesse und genau diese fast burgundische Leichtigkeit, die 2023 hier so stark macht. Wirklich große Klasse, schon jetzt jung so unwiderstehlich gut.