100 Prozent Merlot. 13,5 Volumenprozent Alkohol, pH Wert 3,4. Reiner Kalkstein. Der Anteil Ganztrauben lag in 2024 bei nur 15 Prozent im Gegensatz zu 50 Prozent in 2022 und 30 Prozent in 2023. Das Spiel mit den Ganztrauben ist entscheidend für die Balance und wird je nach Reife des Jahrgangs justiert. Die letzten zwei Wochen der Ernte gegen Ende September wurde nochmal eine grüne Lese durchgeführt. Der Gesamtertrag lag bei 30 Hektolitern pro Hektar. 2024 ist im Vergleich zu 2022 und 23 deutlich seidiger ausgefallen, stark auf der Fruchtseite, mit extrem feinem Tannin und früher Zugänglichkeit. Die Weine werden nicht En Primeur veröffentlicht, sondern erst in zwei bis drei Jahren, dann trinkfertig. 2024 hat der Terre Blanche eine dunkle Zwetschgennase mit Schwarzkirsche dazu, fein, ätherisch und reif. Das Mundgefühl ist seidig, mit sehr fein geschliffenen, polierten Tanninen. Nicht so massiv strukturiert wie die zwei Vorgängerjahre. 2021 war etwas rauer im Tannin, 2022 gab es deutlich höhere Tanninmengen. 2024 ist seidig und zart im Tannin. Die Zugänglichkeit ist phänomenal im Mund, der Wein ist lecker und hat trotzdem eine reiche Fruchtfülle mit wunderbarer Länge und Schliff. Es ist tänzelnd und dennoch hat man hier die voluminösen Eigenschaften eines reinsortigen Merlot. Schicker, leicht salziger Nachhall. Die Kalksteinunterlage sorgt für die hohe Eleganz, aber auch für den rotfruchtigen, kirschfruchtigen Unterbau. *** Die Domaine umfasst 2,5 Hektar mit rund 60 Jahre alten Merlot-Reben. Fermentation im Beton, sehr sanft und mit wenig Pigeage und Remontage. Der Ausbau geschieht zu 60 Prozent in gebrauchten Barriques, zu 40 Prozent in neuen. Das Weingut wird beraten von Stéphane Derenoncourt. Der Winzer selbst ist Clément Baudon, er ist erst 28 Jahre alt und war zuvor Vineyard-Manager und Kellermeister bei Larcis Ducasse. In jungen Jahren hat er sich schon selbständig gemacht. Der alte Besitzer dieses biodynamischen Kleinods wollte aufgeben, aber der Weinberg ist einfach extrem gut und so hat Clément die Weinberge schließlich übernommen. Er macht zwei verschiedene Cuvées: eine kommt von reinen Kalksteinböden – das ist die Cuvée Terre Blanche. Die zweite heißt Terre Brune, die von Lehmböden kommt. Wirklich interessant ist aber nur die Cuvée Terre Blanche, die mir Stéphane Derenoncourt persönlich empfohlen hat. Hier geschieht alles per Hand, Clément und Marine Baudon machen alles selbst und einfach einen wahnsinnig guten Job, es gibt insgesamt nur 5.500 Flaschen.,