Lobenberg: Der Jahrgang 2023 war heiß und trocken, genau wie das Vorjahr 2022. Entsprechend zeigt der Wein seine volle provençalische Breitseite, aber er ist weniger reich als 2022. Aufgrund des Frostes war 2022 enorm konzentriert und die restlichen Trauben (50% Verlust!) Haben wie verrückt Zucker gebildet, was den Alkohol dann schnell hat steigen lassen. In 2023 liegen wir mit 14% rund einen Prozentpunkt tiefer. Obwohl er keinerlei Holz bekommt, ist schon der Duft eine üppige Wolke in gelber Frucht, Reneclaude, Verbene, gelbe und grüne Birne, auch einen Hauch Anis und Fenchelgrün. Der Mund ist traumhaft cremig, die grüne Birne bekommt einen Kick aus Kumquat und nimmt richtig Fahrt auf mit einer ganz feinen Salzspur. In den Jungweinen dominiert bei Clos des Papes natürlich immer die kraftvolle, üppig-mediterrane Frucht aus den sechs Rebsorten. So schön ein junger Clos des Papes Blanc in seinem vollen Fruchtrausch sein kann, so zeigt sich doch der wahre Charakter dieser eigentlich sehr mineralgetriebenen Weine erst mit 10 Jahren und mehr der Reife. Schon nach drei, vier Jahren im Keller geht die Frucht zurück und die Würze und das Salz übernehmen. Es wird immer schlanker und mineralischer, rassiger und griffiger mit dem Alter. Eine Frage des Geschmacks, in welchem Alter man die Weine genießen möchte, aber man sollte sie in ihrer Jugend keinesfalls unterschätzen oder für üppige Fruchtbomben halten, denn darunter gibt es noch so viel mehr zu Entdecken.