Lobenberg: Handlese in kleine Kisten, sehr selektive Auslese der hochreifen, handselektierten Beeren. Spontanvergoren auf der Maische mit Unterstoßen, dann Ausbau komplett in neuen Barriques für zwei Jahre. Ich nehme es vorweg - ein Opus Magnum. Seit 2021 heißt der Wein aus dem Clos des Truffières nur noch C des Truffières, weil er keine Appellation mehr hat, sondern als Vin de France vermarketet wird, daher darf die Lage nicht mehr genannt werden. Der Wein ist zu eigenwillig und charakterstark für die Behörden, die dann doch etwas braveren Stoff gewohnt sind. La Negly kanns egal sein, der Wein ist ohnehin Kult, ob Coteau du Languedoc oder Vin de France ist dann auch egal. Ein unfassbares Syrah-Bouquet. Dichte opulente Brombeere und schwarze Holunderbeere, Cassis und dunkle Valrhona-Schokolade, getrocknete Iris und Veilchenblüten. Dazu kommen liebliche Lakritz und tiefe Graphitnoten. Bei aller Kraft ist der Wein noch geschliffener und feiner als der Porte du Ciel. Der 2021er hat dem Jahrgang entsprechend eine feine, etwas elegantere Textur, ist nicht ganz so wuchtig wie die Vorjahre 20 und 19. Die Säure ist etwas pikanter, aber in diesem Opulenten Stoff auch in einem kühleren Jahr nicht dominant, sondern von der Stoffigkeit bei Weitem überflügelt. Aber auch Räuchernoten, Minze und Kräuter. Unfassbar komplex. Der Mund legt nach. Massive Frucht. Dunkle Waldbeeren, etwas schwarzkirschig. Druckvoll, aber geschmeidig. Tannin mit Säure mit Mineralität: Perfekt! Vielleicht nicht ganz so elegant wie der Ciel, aber irgendwie reicher, voller. Der Gaumen ist dauerbeschäftigt, der Wein bleibt. Mit der Geduld kommt auch noch Kakao und Kaffee. Und während ich schreibe, schiebt der Wein weiter. Wieder Mineralität und leicht metallische Noten. Das hört ja gar nicht wieder auf. Ein satter Cote-Rotie oder ein unmarmeladiger Super-Australier. Wenn es da doch sowas gäbe! Ich kann nur noch sagen: immer Top 5 der besten Weine aus dem Languedoc, da lege ich mich fest.