La Fleur besteht 2025 aus 91 Prozent Merlot, sechs Prozent Cabernet Franc und drei Prozent Cabernet Sauvignon. Der Merlot wurde am 11. September gelesen, die Cabernet vom 22. bis 26. September. Der Ertrag lag bei 31 Hektolitern pro Hektar. Es gibt ungefähr 60.000 Flaschen. Der Alkoholgehalt liegt bei 13,8 Volumenprozent. Der Wein ist schwarz-rubinrot. Die Nase ist unglaublich duftig und charmant… Man möchte reinspringen, so schön ist das! Die 13,8 Volumenprozent Alkohol sind zwar generell eher niedrig für Saint-Émilion, aber in diesem Wein verrichten sie wirklich gute Arbeit, weil sie über das Glycerin natürlich auch viel Charme und Wärme und opulente Erotik dazugeben. Die Nase hat reife Walderdbeere mit süßer Kirsche, Moschus und süßer dunkler Lakritze. Ein bisschen Nutella und ein Hauch Sanddorn dazu, auch Orangenzesten. Fast ein bisschen Pomerol-Touch in dieser eleganten Ausprägung. Die Orangenzesten kommen dann stärker durch. Insgesamt strahlt das eine schöne wollüstige Exotik aus. Sehr duftig, sehr charmant! Der Mund ist dann ungeheuer lecker! Sauerkirsche, süße rote Kirsche, wieder stark Orangenzesten. Auch hier kommt Lakritze durch, aber es ist auch sehr floral unterlegt mit Rosenblättern. Leichte Chilischärfe dazu. Die Tannine sind total poliert, weich und spielerisch, trotzdem präsent. Der Wein hat eine mittlere Länge, tänzelt und füllt den ganzen Mund aus. Eine so harmonische, balancierte Version eines La Fleur! So wie die besten 2025er: Einfach unglaublich schicke, charmante Weine. Charme wie in 2023, aber auch ein bisschen die Aufregung wie in 2019. Das Ganze gebündelt in diesem harmonischen Miteinander. Was für eine großartige Balance, was für ein leckerer Wein! Everybody’s Darling! Verglichen mit dem 2023er hat der 2025er vielleicht etwas mehr Zug, etwas mehr Touch von 2019. Dafür ist das Tannin noch etwas weicher und verspielter als in 2023. La Fleur hält auf jeden Fall sein Niveau aus 2022 und 2023 mit leicht anderem Charakter. Nicht so breit-erhaben wie 2022, nicht so umarmend wie 2023, aber charmanter, seidiger und verspielter als die beiden anderen. Ich bewerte ihn trotzdem nicht höher als die beiden fantastischen Jahrgänge 2022 und 2023, aber mit seinem verspielten, seidigen und charmanten Charakter ist er mit 97+ auch sehr gut getroffen. Ein toller Erfolg! *** La Fleur ist ein kleines Weingut in Saint-Émilion, zum gleichen Besitzer wie Château Dassault gehörend, eher unbekannt und schwer zu finden. 22 Hektar Rebfläche mit 25 Jahre alten Reben. Die Merlot-Reben steht überwiegend auf blauem Lehm in Südexposition. Die Cabernet überwiegend auf Kalkstein, der Hauptplot oben auf dem Plateau neben Tour Saint Christophe. Seit Jahren ein Geheimtipp, weil er immer auf verschlungenen Pfaden in die Distribution geraten ist. Insider wissen mindestens seit 2008, was für ein großer Saint-Émilion das ist. Weil er immer so archetypisch ist und so viel Schliff und Feinheit hat. Und immer hedonistisch charmant und lecker. Das Weingut wird biologisch bewirtschaftet, aber es ist nicht zertifiziert. Die Trauben werden komplett entrappt, der 16-monatige Ausbau geschieht zu 45 Prozent im Beton, zu fünf Prozent in Amphoren und zu 50 Prozent in Barriques, davon 55 Prozent Neuholz.