Der Wein wirkt fast wie ein vibrierendes Kraftpaket – intensiv, konzentriert und ohne jede Schwere. Seine enorme Dichte stammt ausschließlich aus dem winzigen Ertrag der kleinen Beeren alter Reben, nicht aus technischer Kellerarbeit. Vergoren wurde er in einer Beton-Amphore und anschließend sowohl darin als auch zu etwa einem Drittel im Barrique ausgebaut – insgesamt existiert nur **eine einzige Amphore**. Im Glas zeigt sich eine satte, spannungsgeladene rote Frucht mit erstaunlich festem Tannin. Die Kraft ist gewaltig, aber nie plump: Statt Wucht bietet der Wein eine Frische und Intensität, die regelrecht den Atem raubt. Ein Merlot, der in seiner Konzentration fast an einen hochverdichteten Cabernet erinnert – ein echtes Erlebnis. Die Reben sind fast 200 Jahre alt und wachsen auf Böden aus Kies, Lehm und Kalkstein. Ein Merlot, wie man ihn kaum irgendwo sonst findet. Sicher kein Wein, der jedem gefallen will – dafür aber ein außergewöhnlich intensives und faszinierendes Erlebnis auf höchstem Niveau. Gerade wenn man den weltweiten Hype um angeblich 150 Jahre alte Weine und die extremen Preise etwa von **Liber Pater** betrachtet (man denke etwa an den Artikel von Neil Martin vom 5. Juli 2023 auf Vinous), wirkt dieser Wein wie eine Gegenposition: Hier steckt echte Geschichte im Glas – uralt und zugleich voller Leben. Und trotz der winzigen Menge bleibt er erstaunlich fair bepreist. Winzer Stephan Dief möchte diese besondere Erfahrung teilen, ohne seine Fans dafür auszunehmen.