2025 war die früheste Lese aller Zeiten bei Chapoutier, am 14. August ging es in Saint-Peray los. Der Spätsommer war von einer großen Hitzewelle geprägt, der die Reife vorangetrieben hat und die Trauben stark aufkonzentriert hat. Es gibt rund 20 Prozent weniger Ertrag als erwartet, weil die Trauben so wenig Saft ergeben haben. Maxime Chapoutier sagte, er habe noch nie so hohe Extraktwerte in seinen Weinen gehabt wie 2025. Es ist einfach brutal konzentriert. Auch im Elsass war es ein sehr heißer Jahrgang, der etwas an 2015 erinnert in seinem sehr dichten Körperbau, der von einer überraschend energetischen Säure getragen wird. Das Terroir von Chapoutiers Alsace Domaine ist sehr besonders. Es gibt drei verschiedene Rieslinge in der Topliga der Selection Parcellaire, die alle an einem Steilhang wachsen, der sich bis 400 Meter hochzieht und auf sehr seltenem blauem Schiefer liegt. Der Lieu-dit Berg hat eine reine Südausrichtung, ist also die wärmste Exposition. Natürlich alles in bio- und biodynamischer Bewirtschaftung wie immer bei Chapoutier. Langsame Ganztrauben-Direktpressung, dann natürliches Absitzen. Spontane Vergärung und Ausbau in Edelstahl und Fuderfässern mit langem Hefekontakt. Der Berg zeigt seine höhere Reife auch direkt ohne Umschweife, reife, tiefe, herbsaftige, gelbe Frucht mit enormem Druck und einer ungeheuren Dichte. Fast denkt man etwas an Viognier, viel Kraft ausstrahlend. Pfirsich und Nektarine, Mirabelle, weißer Pfeffer, kandierter Ingwer, viel gelber Apfel, Zimt und Piment geben eine süßscharfe Würze, dann Salz, Salz, Salz auf der Zunge, hoher mineralischer Druck. Intensiv und so lang. Ein beeindruckender Riesling mit dem Format eines Forster Pechstein oder Ungeheuer. Satt und reich, aber so voller Spannung und Mineral, dass es nie fett oder schwer wird. Chapeau, Chapoutier kann auch Riesling. ,