Der weiße Malterdinger ist seit einiger Zeit ein reiner Chardonnay. Die Reben stehen sämtlich in der Gemeinde Malterdingen und für Julian Huber ist der Qualitätssprung nach so vielen Jahren Übungszeit so groß, dass er ihn auf Village-Niveau sieht. Der Wein wird als Ganztraube auf einer Spindelpresse gepresst. Dadurch bekommt er eine leichte Phenolstruktur von den Schalen. Die spontane Vergärung und der Ausbau erfolgen komplett im Barrique, davon rund ein Drittel neues Holz. Ich liebe diese geniale, zarte Reduktion in der Nase. Das erinnert schon deutlich ans Burgund und ist jetzt auch nochmal eine Klasse feiner geworden als ohnehin schon in den Vorjahren. Weißer Pfirsich, schlanke grüne Birne, helle Haselnusstöne, weißer Tee, Melisse, reife Limette. 2023 war ein recht herausfordernder Jahrgang: warm und konstant, kein Frost, ein guter Sommer mit idealen Niederschlägen, zum Herbst hin dann aber sehr viel Regen. Die geschmackliche Reife ließ sich Zeit – Mostgewicht war da, doch die physiologische Reife kam erst spät. Deshalb wurde in Malterdingen ungewöhnlich lange gewartet, rund zehn Tage nach den Regenfällen erst gelesen. Gerade diese Geduld hat sich ausgezahlt, denn der Jahrgang zeigt sich nun sehr saftig, vibrierend und mit noch mehr Trinkfluss als der konzentrierte 2022er. Im Mund kommt auch hier der frankophile Charakter klar durch: animierend, mit wunderbar harmonischer, aber zupackender Säure. Straff und präzise mit frischer Salzigkeit und vibrierender Dynamik. Ein herausragender Wein in seiner Klasse, absolute Spitze.