Der Pinot Noir stammt aus zwei Weinbergen: Malterdinger Bienenberg, der durch Huber weltbekannt ist und Kenzinger Hummelberg. Der Name »Pinot Noir« soll die frankophile Stilistik dieses Weins betonen. Schon die Nase dieses badischen Ausnahme-Pinots ist außergewöhnlich, mit unerhört viel Frische, die andere Spätburgunder dieser Region leider häufiger mal vermissen lassen. Wir haben hier im 2022er einen Neuholzanteil von 50%, was für Espe schon recht viel Neuholz ist, aber man spürt es gar nicht, es ist perfekt eingebunden. Nahtlos integriert in die frische Frucht. Weniger rotfruchtig-spritzig als noch 2021, sondern mehr ins blaue gehend. Ziemlich viel Schwarzkirsche, ein Hauch Brombeere, Blaubeere, Feige und Veilchen. Dazu schwarzer und rosa Pfeffer. Der Mund steckt so voller Energie, dass man kaum weiß wohin mit ihm. Also rasch den Gaumen runter, aber auch dort vibriert er in seiner kirschig-verspielten Frische lange nach. Alles eingebettet in samtige Tannine und eine mildere, aber doch auch präsente Säurestruktur. Feinsalzige, kreidige Mineralität im Nachhall. Dieser schicke Pinot Noir bewahrt bei aller Kraft auch eine für Baden fast ungewöhnlich tänzerische Leichtigkeit. Wieder einmal große Klasse!