Die Nase des Herrenbergs glänzt grünhaustypisch vor allem durch Würze, aber dieses Jahr sind es weniger süße Gewürze, sondern mehr eine pfeffrige Nummer. Anis und grüner Tee, weiße Johannisbeere, süße Zitrone, grüne Birne. Sehr animierend, duftig, aber elegant, fokussiert und glockenklar. Der Herrenberg hat eine kraftvolle, etwas ungezügelte Mineralität, die er unverblümt zum Ausdruck bringt. Weniger fein als der Abtsberg, aber dafür ebenso intensiv und noch durchschlagender aus der herben Fruchtaromatik. Herbsaftig, vital und wunderbar klassisch. Schlank, aber doch mit satter innerer Dichte. Die würzig-griffige Mineralität schiebt den Wein durch den langen, vibrierenden Nachhall, der viel grünen Apfel und Zitronenpfeffer aufweist. Der Herrenberg macht richtig Musik in 2021. 95-97/100