Satte Lakritze mit dunkler Frucht. Viel schwarze Beere, auch etwas Holunder hinter der Lakritze und der Brombeere durchscheinend. Die Syrah macht diesen violetten Teil der Geschmacksnote, diesen immensen Druck aus! Das ist enormer Schub, da rollt sich fast die Zunge von so viel Druck! Es ist schon erstaunlich, dass die Gemeinden wie Vacqueyras, Rasteau und Gigondas heute auf dem gleichen Level von Châteauneuf stehen. Der Mund ist überwältigend in seiner Geschmacksfülle und Aromenstärke. Schub und Druck, dazu diese feine Rappigkeit von den Ganztrauben. Ist Vacqueyras in 2024 erstmalig wieder gleichwertig zum Rasteu? Ja, würde ich sagen! Der Wein hört überhaupt nicht auf… Die schwarzen Beeren, die Rappigkeit und die Mineralität rollen nach. Das Ganze mit so viel Wucht, Kraft, Vibration und Salz! Phänomenaler Wein… *** 2024 war an der Südrhône geprägt von extrem hoher Feuchtigkeit im Winter wie im Frühling, auch der Sommer war eher durchwachsen. Extrem viel Mehltau-Befall bei Grenache und noch mehr bei Mourvedre war die Folge, dementsprechend gab es extrem kleine Ernten, weniger als 50% der Normalernte. Nur die sehr alten Reben bei gleichzeitig sehr späten Lesezeitpunkten brachten hervorragende Ergebnisse. Das setzte perfektes Terroir voraus. Trennte sich schon 2023 die Spreu vom Weizen, so gibt es 2024 weniger als 10% sehr gute Erzeuger, 90% scheint qualitativ eher minderwertig zu sein. Die Rotweine der Region Châteauneuf fallen eher hell aus, deutlich geprägt von der Grenache: Beschwingt, duftig und fein. Weniger Power, sondern aromatisch-tänzelnde und alkoholärmere Weine mit zum Teil grandioser Aromatik. Die allerbesten können eine Reminiszenz and große Weine aus 1978 sein. Wirklich grandios, tieffarben, alkoholarm, fein, blumig verspielt und aromanstark sind aber eher die besten Weine aus Gigondas vor Rasteau und Vacqueyras mit grandios ausfallenden Syrahanteilen. Die Villages Seguret und Vinsobres sind auch stark im Kommen! *** Tardieus Vacqueyras kommt von vier verschiedenen Plots: Plateau de Sarrians, la Ponche, les Pendants und Cabassole. 70 Prozent Grenache und 30 Prozent Syrah. Die Grenache-Reben sind über 60 Jahre alt, die Syrah und Mourvèdre über 40 Jahre. Die Trauben werden zur Hälfte nicht entrappt. Das Ganze wird spontan im Barrique vergoren. Danach erfolgt der Ausbau für zehn Monate in Barriques mit Zweit- und Drittbelegung. Anschließend wird der Wein für weitere zehn Monate in Doppelstückfass von Stockinger gelegt. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die Burgunderflaschen gefüllt werden. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält. Der Wein hat 14,5 Volumenprozent Alkohol.