In 2024 hat Jadot auf den Domaine-Flächen in der Côte de Nuits rund 80 Prozent der Ernte verloren, aufgrund von leichtem Frost, vor allem aber durch extremen Mehltau-Befall, der schon in die Blüte stark reingehauen hat und über den kühlen, regenreichen Sommer auch kaum abgenommen hat. Das Gute am Mehltau ist allerdings, dass die – im Gegensatz zu Oidium – in der Regel gut eintrocknen und dann über den Reifeverlauf einfach abfallen oder leicht auszusortieren sind. Somit macht es qualitativ keinen riesigen Unterschied, aber es reduziert eben dramatisch die Mengenausbeute. Dadurch sind die 2024er Roten dem Jahrgang entsprechend zwar schlank und rassig, allerdings weisen sie zugleich eine hohe Konzentration auf durch die niedrigen Erträge. Das ist ein Paradoxon, das in kaum einem Jahr zuletzt so ausgeprägt war wie in 2024. Kühles Jahr, straffe Weine, aber auf sehr eigenwillige Weise durchaus dicht und intensiv. Bei den Weißen war es nicht ganz so dramatisch, da liegt der Ertrag bei 35 hl/ha im Schnitt, also nur leicht unterdurchschnittlich. In Chablis hingegen war es ebenso schlimm wie an der Côte de Nuits, heftige Verluste. Sie sind rassig, kanalisiert und energetisch – eine Renaissance des grandiosen 2014. Die Premiers Crus bekommen ca. 50 Holzanteil, der Rest ist im Stahl, was in Chablis noch sehr üblich ist. Die Fässer sind 500 Liter Tonneaux, keine Barriques. Jadot hat kürzlich eine neue Domaine in Chablis gebaut und 2020 war der erste Jahrgang, der hier vinifiziert und ausgebaut wurde. Abgefüllt im Dezember 2025. Der Fourchaume duftet wie ein Chassagne-Montrachet aus kühlem Jahr, Zitronenabrieb, weißer Pfirsich, Feuerstein, weißer Pfeffer. Im Mund ist es dann aber ganz klar Chablis mit einer stahligen Meersalz-Mineralität, die sich viril über die Zunge zieht. Das ist ganz klassisches Chablis mit einem Touch Côte d’Or inside. Leider winzig, winzig kleiner Ertrag in Chablis.