Lobenberg: Panisse ist die neue Bio-Domaine von Clos du Caillou. Fünf Hektar alte Reben in Châteauneuf-du-Pape. Anderthalb Hektar davon sind 100 Jahre alte Grenache auf sandigen Böden, dazu kommen 0,8 Hektar uralte Mourvèdre auf eher lehmhaltigen Terroirs, der Rest ist 50 bis 60 Jahre alte Grenache auf Sand. Die Trauben werden komplett entrappt und wie bei Biodynamikern üblich im Beton spontan vergoren. Ausgenbaut wird in zwei bis drei Jahre alten Demi-Muids mit 600 Litern Fassungsvermögen. Diese uralten Reben wurden von den vorherigen Besitzern immer als lose Ware an Erzeuger wie Guigal und Chapoutier abgegeben. 2020 wurde das kleine Weingut verkauft – der biodynamische Nachbar Clos du Caillou bekam den Zuschlag im Wettbewerb vor Beaucastel und Janasse. Da gibt es in Frankreich so eine Art sozialistisches Zuschlagssystem: Der Preis steht fest und dann bekommt es der, den die Appellation gerne hätte. In diesem Fall das junge Ehepaar Marilou und Antoine Vacheron. Der Wein trägt die Zusatzbezeichnung »Le Mas«. Mas ist das provenzalische Wort für »Villa«, weil das Haus in der Mitte des Weinbergs steht. Die Nase ist immer sehr anders als Caillou, urwürziger, dichter und vielleicht am Ende typischer Châteaneuf als das abgehobene Caillou. Wir sind sehr weit in der mediterranen Kräuterwürze mit Garrigues und Unterholz, Holzkohle, schwarze und rote Kirsche. Total pikant. Im Mund kommt dazu eine feine Chilischärfe. Eine unglaublich konzentrierte Finesse, so fein und doch so reich. Der Wein steht für Minuten im Mund. Immer wieder rollte die konzentrierte Himbeere mit Salz und Lakritze hoch. Eukalyptus, feine Honigsüße. Unglaublich dicht und trotzdem sind die Tannine reinste Seide und Samt. Das ist kein großer Wein zum Niederknien, aber dieser Wein hätte innerhalb der Range von Clos du Caillou durchaus das Potenzial, zwischen Les Quartz und Les Safres angesiedelt zu werden. Ein unglaublich saftiger, trinkfreudiger Wein mit Länge, großer Eleganz und hoher aromatischer Dichte. Sehr schick! 95-96/100