Dieser Wein stammt aus den beiden 1ers Crus La Roche und Les Crays. La Roche ist extrem kreidig-kalkig, sehr karg. Les Crays hat sehr rote Tonböden. Die beiden Lagen komplementieren sich also perfekt. Nur Freerun juice. Ausbau für 10 Monate im Holzfass bei rund 20 Prozent Neuholz, danach noch viele Monate auf der Hefe im Betontank. Die Nase hat eine sehr feine hellgelbe Frucht, Kräuterinfusion, sehr kalkig, Lindenblüte. Obwohl der Weine eine feine Süße ausstrahlt, wird das aktuell noch komplett von der zart-rauchigen Reduktion und der einschneidenden Mineralität dominiert. So ist es auch im Mund. Die Schärfe im Mund ist dramatisch, fast zu viel momentan. Man kann sich nur am Rande vorstellen, wie intensiv und brachial der Wein wäre, wenn La Roche einzeln abgefüllt worden wäre. Selbst mit dem Puffer von Les Crays ist das noch ein Laser. Die Salzigkeit beißt sich in der Zunge fest. Die Intensität des Weines sprengt den Mund. Man merkt wie unendlich groß der Wein ist, aber er muss 10 Jahre weggesperrt werden. Ich glaube, er wird länger leben als so mancher Montrachet. Ein echter Grand Cru des Südens, er wird aber auch ebenso viel Zeit brauchen. Besser lange, lange im Keller vergessen. 97-98+/100
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.