Der Lieu-dit Saint-Joseph gehört in die sogenannte Sélection Parcellaires, also zu den besten Weinen von Ferraton. Es ist die mit Abstand berühmteste und beste Lage in Saint Joseph, alle Toperzeuger wollen hier etwas haben. Natürlich bei Ferraton biodynamisch. Die Exposition des Lieu-dit Saint Joseph ist Südost. Der Wein wächst zu 100 Prozent auf Granit. 100 Prozent Syrah oder Serine, wie die uralte kleinbeerige Form der Syrah hier genannt wird. 70 Jahre alte Reben. Lieu-dit Saint-Joseph ist sicherlich die bedeutendste und anerkannteste Lage in Saint-Joseph überhaupt. Reiner Granit, uralte Reben. Das ist der Kern von Saint-Joseph, diese Lage hat die Appellation so berühmt gemacht. Und es wird auch schnell klar, warum. Von den anderen Lieu-dits kommend, hat er die größte Selbstverständlichkeit. Er lässt keine Fragen aufkommen, zeigt keine Extreme, alles hat seinen Platz. Saint-Joseph hat die Erhabenheit eines echten Grands Crus. Die pikante zitrische Frische von 2024 zieht sich durch Nase und Mund, dazu Himbeermark und Zitronenpfeffer, warmer Stein und sehr kompakte dunkelrote Kirsche. Der 2024er spielt mit der Perfektion, wenn man auf kühlere, frischere Jahre wie 2010 steht. Das ist für mich persönlich ein ganz großes Jahr, weil es alles mitbringt an Tanninreife und Extraktdichte und on top noch diese raumgreifende Säurefrische darunterlegt, die das Ganze perfekt zusammenschnürt. Was will man mehr?! Salz, Mineral und Gestein sind immer mit dabei, aber der erste Fruchteintritt ist so verführerisch, dicht und opulent, dass es die reinste Freude ist. Ein archetypischer, perfekter Saint-Joseph – alles stimmt, alles ist balanciert, er tänzelt spielerisch zwischen dieser brachialen Steinigkeit und der großen Köstlichkeit. *** Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Die Vinifkation erfolgt seit 2022 vollständig ohne Schwefelzugabe. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, meist um 10 bis 20 Prozent.