Der Lieu-dit Le Grand Courtil wurde 1971 von Michel Ferraton persönlich gepflanzt. Es ist eine Hanglage mit 15 Grad Neigung und einer Exposition nach Südwesten. Sie umfasst nur einen halben Hektar. Es sind die höher gelegenen Parzellen von Ferraton in Crozes-Hermitage. 100 Prozent Syrah auf Sedimentgestein, Kalk und Kieseln. Insgesamt werden nur 3.000 Flaschen von diesem superkonzentrierten Stoff produziert. Natürlich – wie alles bei Ferraton – biodynamisch bearbeitet. Le Grand Courtil kommt aufgrund seines anderen Terroirs erwachsener und gleichzeitig deutlich feiner rüber als der Pichères. Kalkstein, Westhang mit alten, über 50 Jahre alten Reben – das bringt eine wunderbar konzentrierte Himbeere. Aber nicht so jugendlich-stürmisch wie beim Pichères, sondern deutlich versammelter. 2023 gab es leider keinen Pichères, da insbesondere Crozes-Hermitage von einer massiven Hagelfront getroffen wurde! Der Grand Courtil spiegelt somit dieses Jahr die Crozes-Hermitage-Palette der Ferratons wider: Unheimlich tiefe Nase, Holunder, Kirsche und Himbeere. Total harmonisch und elegant. Die Nase ist von etwas Würze und Chillischärfe unterlegt, sehr schick. Der Mund ist total saftig, kirschig. Die Tannine sind sehr ausgeprägt und dennoch sehr zart und warm, belegen, trocknen aber nicht aus. Erneut die leichte Schärfe und dazu eine dunkle Mineralik, salzig, steinig. Unheimlich viel Druck und Wumms. Insbesondere die tiefe Feuchtigkeit bleibt für Minuten im Mund. Erneut Schwarzkirsche, Holunder und Himbeere. Fast schon ein richtig großer Wein und mit das Beste, was Crozes-Hermitage zeigen kann! *** Aufgrund eines Frostschadens in 2023 gibt es relativ wenig Crozes Hermitage, dafür eine durchschnittliche Ernte in Cornas und am Hermitage, vor allem für die Weißen war es ein schöner Ertrag. Natürlich – wie alles bei Ferraton – biodynamisch bearbeitet. Im Keller werden die Trauben komplett entrappt. Die Vergärung erfolgt spontan im Beton, ebenso die Malo. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Ausgebaut wird im Tonneau und nicht mehr in Barriques. 2023 liegt der Anteil Neuholz bei rund 20 Prozent. Schwefel wird das erste Mal erst nach drei Monaten im Holz zugegeben. Seit einigen Jahren hat Winemaker Damien den Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert – im Keller wird den Weinen erst nach drei Monaten im Fass minimale Mengen zugegeben – werden die Weine deutlich präziser und eleganter. Auch zieht er die Weine nach der Malo ohne die Vollhefe aus dem Beton. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 13 und 13,5 Volumenprozent, also schon satt reif für die Nordrhône, aber nichts Überbordendes.