Die Reben stehen großteils in Top-Parzellen im Frühlingsplätzchen, der R ist zumeist aus einer Parzelle eines kargen, steilen Stückchens im Kernbereich. Das Material ist so stark, dass es keine wirkliche Basis im Grauburgunder gibt, alles geht in die Topselektion, in den allerbesten Jahren gibt es sogar diesen Grauburgunder R als Ultimo-Version. Keine Vorklärung, dann spontan vergoren, etwas »dreckiger« also, dazu keine Malo. Der letzte Jahrgang vor 2022 war der 2019er. Es gibt diesen Stoff nur in den allerbesten Jahren, wenn wirklich alles passt und auch der Ausbau im Fass dann perfekt läuft. Bei diesem Grauburgunder lotet Frank Schönleber alles aus, was geht – und er hat voll ins Schwarze getroffen. Der 2022er wurde im Halbstückfass vergoren und ausgebaut für 18 Monate, dann Flaschenreife bis zum Release. Er kommt im vierten Jahr nach der Ernte erst raus. Sehr feine Nase, die in ihrer Helligkeit und Eleganz fast eher an einen Chardonnay denken lässt, nur zarte Anklänge von Erdigkeit und nassem Lehm, dann etwas Netzmelone, gelber Apfel, Pfirsich, sogar Zitronenzesten und Melisse. Er stammt aus kleinbeerigen, sehr aromatischen, dickenschaligen Trauben. Wunderbare Frische, die sich durch die Nase und verblüffenderweise auch den Mund zieht. Elegante weiße Frucht, dann wieder erdige Würze im Nachhall, cremig, dicht, raumgreifend, aber nie üppig oder beschwerend. Fast möchte man sagen filigran, bis man wieder vom gewaltigen Punch des Weines getroffen wird. Die Nahe kann auch absolute Extraklasse im Burgunder!