Die Assemblage besteht in diesem Jahr aus 100 Prozent Merlot. Hier in voller Biodynamie gab es 2024 fast 50 Prozent Verlust durch Mehltau. Wie immer ist der Wein fast schwarz. Satte dichte Schwarzkirsche, Brombeere mit Maulbeere und satter Lakritze in der Nase. Leichtes Holztoasting. Totale Intensität mit süßer Feige, Pralinen, Nougat – enorm reich! Sensationelle Finesse beim Einstieg im Mund. Nur schwarze Kirsche, tänzelnd, fein, total elegant und vibrierend. Feines Salz daneben. Was für eine filigrane Schönheit mit dieser immensen Dichte! Wieder die süße Feige neben satter schwarzer Kirsche und süßer Maulbeere. Sehr erinnernd an den direkten Nachbarn Château Valandraud, aber deutlich feiner und eleganter. So ein verspieltes Wunderwerk, so ein grandioser, schicker Wein! Eine unglaubliche Freude, das ist einer der schönsten Weine des Jahrgangs! Er ist eine feine, elegante Offenbarung… Steht für Minuten und rollt immer wieder mit schwarzer Kirsche und Salz hoch. Ich habe nicht gewusst, dass 100 Prozent Merlot aus Saint Emilion so unendlich fein, schick und trotzdem intensiv in der wollüstigen schwarzen Frucht sein können. Der große Unterschied zu den Vorjahren ist diese unglaubliche kühle Feinheit. Das ist schickes Morey-Saint-Denis transferiert nach Saint-Émilion. Ein Traum in Schwarz und Seide… ,Ein 1,36 Hektar großes Weingut, auf reinem Kalkstein gelegen, an der Grenze zu Castillon. Die Reben dieses Miniweinguts, das seit 1995 komplett auf Biodynamie umgestellt ist, sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Tertre de la Mouleyre liegt in Steinwurfentfernung zu Château Valandraud, in der anderen Richtung liegt Peby Faugères, nach unten folgt Castillons Superstar Clos Louie. Das Weingut wird in dritter Generation von Eric Jeanneteau betrieben, er lebt von diesen winzigen 1,66 Hektar. Sein Großvater begann mit insgesamt fünf Hektar Saint-Émilion und zwei Hektar Castillon. Das Terroir besteht hier aus reinem Kalkstein mit einer Lehmauflage. Der Ertrag der Dichtpflanzung wird über das Jahr hinweg auf maximal acht Trauben pro Stock reduziert, das bringt Erträge von weit unter einem halben Kilo pro Rebe. Das Weingut ist zwar biodynamisch zertifiziert, dies wird aber aus politischen Gründen nicht gelabelt. Der Ausbau erfolgt zu 60 Prozent in neuem Holz, zu 40 Prozent in Zweitbelegungen. Die spontane Fermentation geschieht in INOX-Gärbehältern von maximal 25 Hektolitern, um Parzelle für Parzelle separat vergären zu können. Die Vergärung wird relativ rasch bei durchaus hohen Temperaturen vollzogen, alles schwefelfrei. Auch in der Zeit der malolaktischen Gärung und des Ausbaus bleibt der Wein immer noch ohne Schwefel, den bekommt er erst bei der Abfüllung. Es wird mit Bâtonnage gearbeitet. Eric Jeanneteau war lange Zeit Partner der Tochter von Francois Mitjavile von Tertre Roteboeuf. Zumindest in der Entwicklung der Weine ein ganz hervorragender Familienzusammenschluss. Auch wenn das Paar mittlerweile nicht mehr zusammen ist und Tertre de la Mouleyre ob seiner Unbekanntheit auf einem völlig anderen Preislevel liegt, reden wir hier von der gleichen Liga.,