Die Assemblage besteht 2024 aus 70 Prozent Cabernet Sauvignon, 28 Prozent Merlot und zwei Prozent Petit Verdot. Der Wein hat 12,6 Volumenprozent Alkohol. 36 Hektoliter pro Hektar Ertrag. Insgesamt gibt es nur 15.000 Flaschen von diesem Wein in 2024, normalerweise 20.000. Viel Verlust durch Mehltau. Extrem sauberes Lesegut, das Weingut kann mit den Problemen eines Jahrgangs sehr schnell umgehen, egal ob nachmittags, abends oder am Wochenende – hier wird immer rechtzeitig gespritzt und immer rechtzeitig im Weinberg gearbeitet. Das ist in größeren Weingütern schwieriger. Dunkles Rubinrot. Sehr duftige Nase, parfümiert, reif und süß, so wie es schon beim direkten Nachbarn Domaine de Chevalier war. So ist das Ergebnis bei solchen Winzlingen in 2024 oft deutlich besser als bei ganz großen Weingütern. Diese charmante süße Nase ist eine unglaubliche Freude, eine warmherzige, charmante Offenbarung. Nicht nur satte rote Kirsche, sondern auch fast parfümiertes Cassis und rote Johannisbeere. Aber alles süß, feine Milchschokolade und Nougat dazu, das Ganze mit Spuren von Flieder, Moschus und weiteren süßen Blüten unterlegt. Total verspielt! Der Mund mit viel leckerer roter Kirsche und etwas roter Johannisbeere. Schlanker als 2023 im Mund, definitiv. Die Tannine sind seidig und elegant, der Wein hat eine mittlere Länge und eine feine Salzspur. Das geht mehr in die Finesse und zur verspielten Feinheit als zur Kraft. Eine kleine tänzelnde Schönheit, ohne ein ganz großer Wein zu sein. Das macht viel Freude und wird schon in zwei, drei Jahren sehr zugänglich sein. Ein schickes Leckerli! ***. Die reine Fläche von Château Léognan ist 1989 gepflanzt worden, sie umfasst nur sechs Hektar. Die Reben stehen direkt neben jenen der Domaine de Chevalier. Bisher waren sie Bestandteil des Erstweins von Chevalier. Hier stehen 10.000 Stöcke pro Hektar, der Ertrag ist mit unter 500 Gramm Trauben pro Rebe extrem gering. Diese Dichtpflanzung ist State of the Art. Der Besitzer des Château Léognan hat das Weingut vor einigen Jahren gekauft, die Weinberge werden biologisch bearbeitet, sind aber noch nicht zertifiziert. Allerdings sind sie bereits in dem von Landwirtschaftsministerium aufgesetzten HVE3-System aufgenommen und damit in Sachen Umweltjonformität zertifiziert. Die sechs Hektar kamen an den Besitzer, weil der Verkauf des Weinguts an die Domaine de Chevalier nicht zu Stande kam, da diese nur an den Weinbergsflächen, nicht aber an den 80 Hektar Wald und Wiesen interesseiert war. Der neue Besitzer hat alles zusammen gekauft und bewirtschaftet nun auch diese sechs Hektar Top-Reben mit über 30 Jahren Rebalter nach biologischem Vorbild im Weinberg und im Keller. Spontan im Beton vergoren und dann der Ausbau in französischer Eiche für 14 Monate, 50 Prozent Neuholz. ,