Was für eine schicke Nase! La Tour Blanche ist immer so unglaublich elegant und fein. Der Honig ist fast schwebend leicht. Darunter Mango, Maracuja und ein Hauch Papaya und Zitronengras. Satte Honigmelone dazu. Aber die Nase ist nicht süß, pappig, sondern geschwungen, elegant und schwebend – voller Finesse. Wow, was für ein grandioser Schick! Feine bittere, reife Papaya im Mund, dann Mango, weißer und gelber Pfirsich, auch Akazienhonig und Limette, recht viel Gesteinsmehl und Salz. Sehr schicker Mund mit einem sehr eleganten Ende. Kein ganz unsterblich großer La Tour Blanche wie 2023, sondern eher noch schlanker, noch feiner und filigraner. Eine tänzelnde Schönheit wie eine Prümsche Auslese Goldkapsel, ein überzeugender Spaßmacher, der nie überwältigen wird, weder als Apéro noch als Dessertwein, weil er einfach so ein frischer, delikater und schicker Begleiter ist mit seiner grandiosen Säure. Eine tänzelnde Rafinesse! *** La Tour Blanche wurde bei der Klassifizierung der Sauternes-Weine 1855 direkt hinter Yquem an die Spitze gestuft. Und das Gut ist auch heute noch zusammen mit Yquem der absolute Spitzenreiter der Appellation. Das liegt daran, dass Tour Blanche neben Yquem einer der wenigen Weine ist, die richtig Grip haben. La Tour Blanche hat immer die nötige Spannung, neben der wunderbaren Reife der Frucht. Und so ist für mich im Grunde heute – wo die süßen Bordeaux immer weiter zurückfallen – La Tour Blanche neben Yquem und ein bis zwei weiteren Weingütern aus Barsac, die jedoch über andere Terroirs und Kalksteinböden verfügen, das einzig verbliebene Superspannende.