Nach vielen schwierigen Jahren war Alain Moueix 2017 gezwungen, seine beiden Château Fonroque und Mazeyres zu verkaufen, an eine französische Familie, die hauptsächlich im Hotelbusiness in ganz Frankreich unterwegs ist. Mit dem Jahrgang 2025 haben sie den Place de Bordeaux verlassen und vertreiben seitdem nur an einige wenige exklusive Partner auf der Welt. Alain ist weiterhin als Winemaker auf beiden Châteaux tätig. Mit 2025 ist er erstmals dazu übergegangen, circa 25 Prozent Ganztrauben im Schichtverfahren in die Vergärung zu geben. Fonroque 2025 besteht aus 76 Prozent Merlot und 24 Prozent Cabernet Franc. 14 Volumenprozent Alkohol. Der Ertrag lag bei 35 Hektolitern pro Hektar. Die Böden können hier sehr gut Wasser speichern, daher gibt es hier auch weniger Probleme mit Trockenheit und daraus resultierenden kleineren Erträgen. Die Weinberge waren trotz der drei Hitzewellen im Juni, Juli und August immer lebendig und gesund. Das liegt natürlich auch an über 20 Jahren Biodynamie. Die Nase ist eine einzige Ode an die Freude! Saftig, beerig mit Walderdbeere und Waldhimbeere, dazu helle Lakritze und viel Milchschokolade. Auch ein bisschen Biskuit, ein Hauch Mango und Orangenzesten. Sehr schick verwoben, die Tannine sind extrem fein und spielerisch! Eine duftige, hochcharmante Nase! Im Mund stellt sich eine grandiose Frische ein. Wow, fast ein bisschen Chilischärfe! Tolle Struktur zeigend, da kommen wieder die Waldbeeren, sehr konzentriert. Auch ein bisschen rote Kirsche, helle Brombeeren und Blaubeerschalen. Tolle Länge und Salzigkeit… Das hat relativ viel Power, mehr als ich es in der Nase erwartet hätte. Aber alles bleibt auf der samtigen, seidigen Seite. Ein schicker Wein! Fonroque bleibt sich selbst treu und er ist seit sicherlich zehn Jahren einer der Topwerte in Saint-Émilion. *** Château Fonroque ist ein Vorreiter der Biodyn-Bewegung. 17,6 Hektar mit winzigsten Erträgen. Dichtpflanzung auf Kalkstein, direkt auf dem Plateau, also bestes Terroir. Die Trauben bei Biodynamikern reifen in der Regel viel schneller, da die Weinberge sehr gesund sind. Zusätzlich dazu kommen die geringen Erträge und die Dichtpflanzung. Das bedeutet, dass pro Stock auch mal nur 500 Gramm geerntet werden. Auch führt die Eliminierung von chemischen Spritzvorgängen dazu, dass die physiologische Reife in den Kernen viel eher erreicht ist. Die Vergärung erfolgt natürlich spontan, die Trauben werden im Zement sowie im Stahltank vergoren. Der Ausbau erfolgt in 30 Prozent neuen Barriques und 70 Prozent gebrauchten. Die Besonderheit bei Fonroque liegt im niedrigen pH-Wert des reinen Kalkbodens. Hier bewegt man sich klar im basischen Bereich. Das sorgt immer für hohe Frische und Säure.