65 Prozent Merlot und 35 Prozent Cabernet Franc. 36 Hektoliter Ertrag pro Hektar. Die Nase des 2024er ist nur fein, nur schick, nur auf der Kirsche laufend. Auch Waldhimbeere dazu. Hochintensive rote Frucht! Trotz des hohen Merlot-Anteils ist die Cabernet klar die Dominante. Mit dieser Waldhimbeere, mit dunkler Erdbeere und satter roter Kirsche. Dann kommt die Merlot mit einer superweichen, charmanten Schwarzkirsche zum Tragen. Kennzeichen der feinen Jahrgänge. Es fehlt die satte Brombeere oder die Cassis, wir sind viel mehr auf der Kirsche. Im Mund superseidiges Tannin, totaler Schliff, total poliert! Sehr fruchtstark, sehr intensiv aus der Cabernet kommend. Wieder diese satte rote Kirsche mit Waldhimbeere – geniale Frische! Jean-Philipp Janoueix praktiziert seit einigen Jahren bei vielen seiner Weingüter direkt vor der Fermentation die Erwärmung der kompletten Cabernet Trauben und Beeren auf 65 Grad. Das bringt mehr Farbe und Frucht und bei hohen Qualitäten keinesfalls Marmelade (was die Gefahr sein kann). Er macht das nicht bei der Merlot. Nach der Abkühlung vereint er die Tanks, sodass die natürlichen Hefen arbeiten können. Das Ergebnis sind auf jeden Fall immer total fruchtstarke, fruchtintensive und sehr farbintensive Weine. Der Mund schwingt lange mit feinem Salz, immer wieder Kirsche und Waldhimbeere, dazu eine phänomenale Säure, ohne jemals spitz zu sein. Diese feinen Tannine machen einen enorm schicken Wein aus. Das ist eine Ode an die Freude! Kein ganz großer Castillon, sicher noch knapp hinter Clos Louie und Domaine de L’A, sondern einfach nur ein total verspielter, schicker Wein. ***. Monbadon ist ein von Jean-Philipp Janoueix gerade erst gekauftes Château in Castillon. Ein uraltes Weingut mit einer ewig langen Historie. 9,8 Hektar in historischer Lage, bepflanzt mit 47 Prozent Merlot und 53 Prozent Cabernet Franc. Beratender Önologe ist Thomas Duclos. Vor Jahrhunderten war es bereits in die Kämpfe zwischen Aquitanien und Frankreich verwickelt. Jean-Philippe hat das Château mitsamt der 30 Hektar Weinberge gekauft, davon wurden 20 erstmal gerodet, sie werden neu bepflanzt. Die verblieben zehn Hektar sind mit 25 bis 30 Jahre alten Reben bestockt. 5.500 Pflanzen pro Hektar. Sie stehen auf purem Kalkstein mit blauem Lehm auf der höchsten Lage überhaupt in Castillon, wenn man denn hier bei 120 Metern überhaupt von Höhe sprechen kann. Aus diesen zehn Hektar macht Jean-Philipp zu 60 Prozent den Zweitwein Indie de Monbadon. ,