80 Prozent Merlot und 20 Prozent Cabernet Sauvignon. Fast Schwarz-rubinrot. Deutlich rotfruchtig dominierte Nase trotz des hohen Merlot-Anteils. Schlehe, Lakritze, Veilchen und Flieder. Insgesamt sehr duftig und fein auf roter Kirsche laufend. Sehr schick und charmant! Auch im Mund dominiert klar die Cabernet. Es ist einfach ein sehr gutes Jahr für diese Rebsorte. Rote Johannisbeere, satte rote Kirsche, Sauerkirsche und auch dunkle Waldhimbeere. Feine Mineralität, aber durchaus mit Druck und salziger Länge. Ein sehr vibrierender, spannender, rassiger Wein mit einem sehr schönen mittleren Gaumen. Also offensichtlich sehr reif gelesen und trotzdem hat er diese geniale Frische des Jahrgangs. Der Wein steht für zwei Minuten. Extrem schickes, seidiges Tannin, das aber reichlich vorhanden ist. Er hört gar nicht mehr auf… Eine richtige Schönheit, ohne an das Fett oder die Dichte von 2023 und 2022 anzuschließen. Aber dafür in seiner noch höheren Eleganz und fast dramatischen Rasse und Finesse definitiv einer der schönsten Weine Pomerols in 2024. Wenn Clinet 2024 preislich auf dem Boden bleibt und klar unter 70 Euro en primeur rauskommt ist das neben Clos du Clocher und Clos de la Vieille Eglise und Guillot Clauzel und Latour a Pomerol einfach ein Musskauf, (gab es in Pomerol zwischen 50 und 70 Euro je so tolle Weine?) einfach faszinierend und betörend! ***. Momentan umfasst Château Clinet zehn Hektar. Die Cabernet wurde 1950 angelegt, sie ist also über 70 Jahre alt. Hier gibt es ein großes Band von Kies, ähnlich wie bei Château Latour. Entstanden ist es vor rund 1,3 Millionen Jahren als Flussablagerung. Das erklärt den hohen Cabernet-Anteil. Nach dem Frost von 1956 wurden alle neuen Lagen mit Merlot bestockt, aber inzwischen wächst der Anteil an Cabernet Sauvignon. Die Cabernet Franc eignet sich für diese Böden nicht besonders, deswegen gibt es sie hier auch nicht.,