Carmenere: Chateau Carmenere Petite Reserve (Médoc) 2022

Chateau Carmenere Petite Reserve (Médoc) 2022

Zum Winzer

Cabernet Sauvignon 44%, Merlot 40%, Carmenere 16%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2038
fruchtbetont
strukturiert
seidig & aromatisch
Lobenberg: 93+/100
Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Carmenere Petite Reserve (Médoc) 2022

93+
/100

Dieser Zweitwein des Château Carmenere aus den etwas jüngeren Reben wird mit der gleichen Sorgfalt im Weinberg wie in der Vinifikation betreut. Auch hier ultra kleine Erträge. Der einzige Unterschied sind nur die etwas jüngeren Reben und der höhere Anteil an Merlot, den der Winzer Richard Barraud nicht in dieser Konzentration im Erstwein möchte, einfach weil das die Typizität eher in Richtung mehr Charme verändert. Der Petit Reserve verfügt über 40 Prozent Merlot bei 44 Prozent Cabernet Sauvignon und den restlichen 16 Prozent Carménère. Eine Rebsorte, die dem Weingut seinen Namen gibt und die eigentlich historisch im nördlichen Médoc vorhanden war, heute aber eher in Argentinien und in einigen Teilen der Lombardei große Erfolge feiert. Sie ist eine etwas schwieriger zu handhabende Rebsorte, deswegen insgesamt weniger angepflanzt, auch die Erträge sind eher gering. Aber die Würzigkeit und die Power in dieser sehr an Schlehe erinnernden Rebsorte sind schon enorm. Ein Wunder, dass nicht mehr Leute auf die Carménère abfahren, denn sie bringt so viel Persönlichkeit. Der schwarze Wein kommt mit einer recht immensen Spur von süßer Maulbeere und Holunder in der Nase. Da kommt Veilchen, süßer Lavendel, sehr viel Charme und eine dichte, erdige Würze. Auch ein bisschen süßer Lavendel und Veilchen, fast ein bisschen schwere Blumigkeit. Ziemlich viel Wucht für so einen Zweitwein. Aber eindeutig auch die runde Fülle, fast wollüstig, resultierend aus dem Anteil Merlot. Im Mund dazu viel schwarze Kirsche aber auch süße Brombeere und eine fast wollüstige, üppige schwarze Frucht, ohne fett zu sein. Das Ganze wird aber von der an Schlehe erinnernden Carménère doch wieder balanciert. Außerdem bringt der phänomenale Jahrgang 2022 diese ungeahnte, nicht vermutete Frische, Würzigkeit und Länge mit. Der 2022er Petit Reserve ist nicht zwingend der bessere Wein, verglichen mit dem wirklich vorzüglichen 2019er und dem grandiosen 2020er. Er hat jedoch einen etwas pikanteren Charakter, ein wenig mehr Bitterorange und Blutorange kommt neben der Sauerkirsche durch. Die Schwarzkirsche überdeckt sogar ein bisschen das Cassis und den Holunder und endet in einem feinen bitteren Schwänzchen. Der Wein macht Freude und hat doch eine sehr eigenwillige Persönlichkeit. Ein toller und fast verblüffend profunder, tiefgründiger und würziger Wein mit viel Schmelz und charmanter Wärme und Dichte, an den so mancher Erstwein aus dem Médoc und dem Haut-Médoc nicht herankommt. Der 2022er setzt die glorreiche Serie fort, nachdem der 2019er bereits die begehrte Goldmedaille von 'Terre de Vins' und der 2020er die Goldmedaille bei Mundus Vini abgeräumt haben. Und ganz sicher liegt der 2022er qualitativ ganz weit vorne – ein absolutes Monument dieses Ausnahmejahres!

Jahrgangsbericht

Der Ausnahme-Jahrgang 2022 gilt als eine der konzentriertesten und reichsten Saisons aller Zeiten – trotz extremer Sommerhitze bestechen die Top-Weine mit monumentaler Dichte, einer überraschend tiefen Säurestruktur und beispiellosem Lagerpotenzial.

Mein Winzer

Carmenere

Das Weingut Carmenere gehört der Familie Richard Barraud. Die Weinbergs- und Kellerberatung erfolgt durch niemanden geringeren als den befreundeten Erich Boissenot, der berühmte 1er-Cru-Beraters aus dem Medoc. Das Ehepaar Barraud arbeitet auch bei anderen Weingütern, Richard ist der Weinbergsmanager...

Chateau Carmenere Petite Reserve (Médoc) 2022