67 Prozent Merlot, 24 Prozent Cabernet Franc und neun Prozent Cabernet Sauvignon. Der Alkoholgehalt liegt bei 13,0 Volumenprozent, der pH-Wert bei 3,65. 30 Jahre Reben. Der Erstag lag bei 22,5 Hektolitern pro Hektar. Der extrem geringe Ertrag resultierte aus unglaublich hoher Verrieselung. Zusätzlich dazu gab es nochmal einen Ausschuss von rund 10 Prozent durch die finale Nachsortierung im Wasserbad. Also nur hochgesundes Lesegut bei winziger Menge. Fermentation im Beton, Ausbau für 18 Monate in 40 Prozent neuen Barriques, der Rest in 500 Liter Tonneaux. Sattes Rubinrot mit schwarzen Reflexen. Extrem voluminöse Fruchtnase – hocharomatisch mit reifer Zwetschge, Pflaume und schwarzer Kirsche. Ein anderer Duft als beim Nachbarn in gleichem Besitz, Petit Village. Wir sind nicht so sehr auf der Kirsche, sondern mehr auf der Zwetschge, mit etwas Lakritze unterlegt und deutlicher Bitterschokolade. Ziemlich viel Wucht ausstrahlend, aber ganz feines Tannin dabei und auch viel Veilchen. Der Mund ist geschliffen, mehr Samt als Seide. Durchaus gute Fülle im mittleren Gaumen zeigend. Wieder satte Zwetschge, jetzt kommt aber auch süße Kirsche mit Schwarzkirsche, Lakritze und etwas Honig, dazu Karamelle und etwas Orangenzesten darunter. Relativ opulenter, samtiger, dichter Pomerol. Es fehlt verglichen mit dem Schwesterweingut Petit Village ein wenige die letzte Finesse. Aber es sind natürlich auch ganz andere Preisligen. Hier sind wir in 2024 trotzdem ultrafein und ultracharmant. Ein totales Leckerli mit großer erotischer Fülle und hoher Aromatik. Ein Spaßmacher par excellence! Und die Zugänglichkeit wird sicherlich nach drei, vier Jahren schon perfekt sein. Wenn der Preis stimmt ein traumhaft schicker Zechwein der Oberklasse. *** Ein 22,5 Hektar großes Anwesen mit insgesamt 17,5 Hektar Reben. Das Château liegt direkt am Ortsausgang von Catusseau, in direkter Nachbarschaft zu Château La Croix. Es wurde in den letzten Jahren fast dramatisch restauriert und umgebaut. Es gibt nun auch mehr Weinberge für den Erstwein mit lehmig-kalkigem Untergrund, etwas weniger sandige Böden. Dann die Umstellung zur Biodynamie, die mit einer Zertifizierung im Jahr 2018 komplett abgeschlossen wurde. Geringere Erträge und Dichtpflanzung. Das Château gehört der Familie Moulin, der auch die Galeries Lafayette gehört. Mitbesitzer sind die Cathiards von Smith Haut Lafitte. Das Terroir gehört schon immer mit zum Besten, aber durch die Veränderung des Erstweins in den höheren Kalkstein- und Lehmbereich, sind die Weine etwas massiver geworden. Die Weinberge dieses Biodynamikers werden inzwischen vollständig mit dem Pferd bearbeitet. Die Trauben von sandigen Böden gehen in den Zweitwein. Der Regisseur ist Vincent Priou, einer der talentiertesten Regisseure des rechten Ufers. Ab 2019 hat dieses Besitzerduo auch noch Château Petit Village dazugekauft, ein etwas nördlicher gelegener Nachbar. Vincent Priou wird sich auch hier verantwortlich zeichnen. Also ein weiteres Top-Terroir unter einem Dach.,