2025 war die frühste Lese aller Zeiten bei Chapoutier, am 14. August ging es in Saint-Peray los. Der Spätsommer war von einer großen Hitzewelle geprägt, der die Reife vorangetrieben hat und die Trauben stark aufkonzentriert hat. Es gibt rund 20 Prozent weniger Ertrag als erwartet, weil die Trauben so wenig Saft ergeben haben. Maxime Chapoutier sagte, er habe noch nie so hohe Extraktwerte in seinen Weinen gehabt wie 2025. Les Granits besteht aus 100 Prozent Syrah, die Reben stehen im Lieu-dit Saint-Joseph, also in der absoluten Toplage der Appellation. Chapoutier könnte den Wein heute auch Lieu-dit Saint-Joseph nennen, aber früher waren auch andere Parzellen Teil des Les Granits. Im Keller werden die Trauben zu 80 Prozent entrappt, die Maische für fünf Wochen mazeriert und vergoren, anschließend erfolgt der Ausbau für 16 Monate im Barrique, 15 bis 25 Prozent Neuholz im Turnus. Maxime Chapoutier, Michels Sohn, arbeitet im Keller seit 2022 etwas mehr mit Rappen. Hier auf der gegenüberliegenden Uferseite von Crozes-Hermitage sind wir immer etwas mehr in der roten Frucht. Aber 2025 ist wirklich dunkel, kraftvoll, zieht mich ins Glas. So provençal und reich! Die Konzentration ist gewaltig, das Tannin rollt über die Zunge wie eine steinige Walze, reißt alles mit. So viel straffen Dampf in einem Saint-Joseph, das gab es zuletzt vielleicht 2019. Dunkle Kirsche mit Zigarrendeckblatt und Eukalyptus, schwarzer Stein, gebranntes Karamell, rote Pflaume. Der Mund kracht richtig, dicht und reich, das Tannin feuert auf allen Zylindern, ist aber total samtig. Schick, lang und intensiv, trotzdem nicht über den Punkt vinifiziert, trotz all der Reichhaltigkeit und Dichte. 2025 ist echt beeindruckend.