Les Granits besteht aus 100 Prozent Syrah, die Reben stehen im Lieu-dit Saint-Joseph, also in der absoluten Toplage der Appellation. Chapoutier könnte den Wein heute auch Lieu-dit Saint-Joseph nennen, aber früher waren auch andere Parzellen Teil des Les Granits. Im Keller werden die Trauben zu 80 Prozent entrappt, die Maische für fünf Wochen mazeriert und vergoren, anschließend erfolgt der Ausbau für 16 Monate im Barrique, 15 bis 25 Prozent Neuholz im Turnus. Maxime Chapoutier, Michels Sohn, arbeitet im Keller seit 2022 etwas mehr mit Rappen. Hier auf der gegenüberliegenden Uferseite von Crozes-Hermitage sind wir immer deutlich mehr in der roten Frucht. Und 2024 ist ein so schickes Jahr, wie eine Turbovariante des kühlen 2021. Wir sind ähnlich fein und saftig in der Aromatik, aber haben durch kleine Erträge mehr Druck und eine gewisse positive Austerität. Der Name ist Programm, das Granit schießt in Nase und Mund, begleitet von rotem Tee, Waldhimbeere, zerstoßener Erdbeere und schwarzer Kirsche. Wir haben die Eleganz von 2021, aber mit viel mehr Druck im Tannin und einer größeren Länge. Alles zieht hintenraus nochmal an, hat richtig Dampf, aber in totaler Feinheit. Der Wein steht für Minuten und spiegelt die Appellation Saint-Joseph ziemlich perfekt wider. Das ist so typisch – ein kleiner Côte Rôtie und trotzdem hat er eine schöne Zugänglichkeit in seiner roten Frucht. Dazu diese Süffigkeit, diese Saftigkeit und gleichzeitig die Dichte, die es braucht, um ein großer Wein zu sein. Schick, lang und intensiv, trotzdem nicht über den Punkt vinifiziert, trotz all der Reichhaltigkeit und Dichte.