2025 war die früheste Lese aller Zeiten bei Chapoutier, am 14. August ging es in Saint-Peray los. Der Spätsommer war von einer großen Hitzewelle geprägt, der die Reife vorangetrieben hat und die Trauben stark aufkonzentriert hat. Es gibt rund 20 Prozent weniger Ertrag als erwartet, weil die Trauben so wenig Saft ergeben haben. Maxime Chapoutier sagte, er habe noch nie so hohe Extraktwerte in seinen Weinen gehabt wie 2025. Die ersten Reben im Lieu-dit Le Clos sind erst Anfang des Jahrtausends gepflanzt worden, sie sind also rund 20 Jahre alt. Es ist ein Mehrgenerationenprojekt, denn Chapoutier setzt noch weiter Reben, um die Pflanzdichte zu erhöhen. Zusammen mit dem Lieu-dit Saint-Joseph ist das die beste Lage der Appellation. Die Weine aus den beiden Lagen können immer mit Hermitage mithalten. Vor langer, langer Zeit waren Hermitage und Saint-Joseph ein Berg – die Rhône hat sich über Millionen von Jahren hinweg ihren Weg durchgebohrt. Deswegen sagen die besten Winzer in Saint-Joseph, dass die Appellation locker mit Hermitage mithalten kann. Aber der Charakter ist heute völlig anders, wie ich finde. Wir sind auf dem etwas höheren Level, aber wir haben in Saint-Joseph eindeutig mehr rote Frucht, mehr Finesse. Vor allem im Le Clos, dem Weinberg der mit am wenigsten Sonne abbekommt, weil er so steil und östlich exponiert ist. Die Sonne verschwindet im Sommer schnell hinter dem Berg. Selbst im insgesamt dunkleren 2025 hat der Le Clos seinen hellen, strahlenden Charakter. Die Frucht ist nicht nur schwarz wie bei vielen Weinen in 2025, sondern etwas bläulicher mit Heidelbeere, Cassis, salziger Valrhona-Schokolade. Das Tannin ist hochfein, aber massig vorhanden, der ganze Mundraum wird eingenommen. Alles zieht sich zusammen, er ist feiner und rassiger als Les Granits dieses Jahr. A matter of taste, was man höher schätzt, aber Le Clos ist schon nochmal einen Touch größer für mich.