Die ersten Reben im Lieu-dit Le Clos sind erst Anfang des Jahrtausends gepflanzt worden, sie sind also rund 20 Jahre alt. Es ist ein Mehrgenerationenprojekt, denn Chapoutier setzt noch weiter Reben, um die Pflanzdichte zu erhöhen. Zusammen mit dem Lieu-dit Saint-Joseph ist das die beste Lage der Appellation. Die Weine aus den beiden Lagen können immer mit Hermitage mithalten. Vor langer, langer Zeit waren Hermitage und Saint-Joseph ein Berg – die Rhône hat sich über Millionen von Jahren hinweg ihren Weg durchgebohrt. Deswegen sagen die besten Winzer in Saint-Joseph, dass die Appellation locker mit Hermitage mithalten kann. Aber der Charakter ist heute völlig anders, wie ich finde. Wir sind auf dem etwas höheren Level, aber wir haben in Saint-Joseph eindeutig mehr rote Frucht, mehr Länge und Finesse. Extrem schicker Wein, nicht dramatisch besser als Les Granits, aber in seiner Ruhe und Kraft doch anders. Le Clos ist immer etwas steiniger, dadurch abweisender in der Jugend, er hat etwas extrem mineralisches im Kern, das so stark ausgeprägt nahezu kein anderer Saint-Joseph hat. Die dunkelrote Frucht wird von viel dunkler Würze begleitet, Veilchen und Lavendel darüber, immer wieder etwas Lavagestein und dunkle Sauerkirsche mit warmem Stein. Le Clos wirkt ganz anders als der Les Granits. Wir laufen mehr auf Stein und Gewürznoten, sind im totalen Cool Climate. Im Mund auch etwas Johannisbeere, dunkle Himbeere und Mangoschale. Das Tannin ist hochfein, so perfekt geschliffen wie ich es in dem kühleren 2024 nie erwartet hätte. Chapoutier ist wirklich ein Meister. Dennoch zieht sich alles zusammen, er ist dichter und kraftvoller als Les Granits, dabei weniger auf der Spannung laufend, sondern mehr auf Harmonie bedacht. A matter of taste, was man höher schätzt, aber Le Clos ist schon nochmal einen Touch größer für mich.