2025 war die früheste Lese aller Zeiten bei Chapoutier, am 14. August ging es in Saint-Peray los. Der Spätsommer war von einer großen Hitzewelle geprägt, der die Reife vorangetrieben hat und die Trauben stark aufkonzentriert hat. Es gibt rund 20 Prozent weniger Ertrag als erwartet, weil die Trauben so wenig Saft ergeben haben. Maxime Chapoutier sagte, er habe noch nie so hohe Extraktwerte in seinen Weinen gehabt wie 2025. Les Granits stammt aus einem Teil der berühmtesten Lage von Saint-Joseph: Lieu-dit Saint-Joseph. In der Vergangenheit wurden auch Trauben aus anderen Einzellagen für diesen Wein gelesen, mittlerweile kommen sie aber zu 100 Prozent aus dem Lieu-dit Saint-Joseph. Die Reben sind zwischen 40 und 70 Jahre alt. 100 Prozent Marsanne, wie fast alles bei Chapoutier in Weiß. Chapoutier liebt diese Rebsorte und man möchte auch nicht den Terroirausdruck durch den Blend verschiedener Sorten überdecken. Marsanne spiegelt das Terroir einfach perfekt wider. Die Trauben werden im Weingut direkt abgepresst, anschließend wird der Most im 600 Liter Demi-muid spontan vergoren, auch der elfmonatige Ausbau finden in diesen Fässern statt, zehn Prozent neues Holz, 90 Prozent Zweit- und Drittbelegungen. Keine Bâtonnage, keine Filtration. In jungen Jahren ist das Holz noch etwas spürbar, im trinkreifen Stadium nach fünf bis zehn Jahren ist es nicht mehr zu spüren. Die Marsanne ist mit ihrem leichten Bitterstoff auf jeden Fall sehr präsent in diesem Wein. Die Sorte hat wenig Säure, aber von Haus aus gute Phenolik, Schärfe und Bitterstoff. Das ist der Grund, warum die Nordrhône mit ihren Marsannes so genial ist. Die Säure wird ersetzt durch Tannin und Bitterness. 2025 ist eine Wucht! Ungeheuerlich dicht und fast ölig schon im Saint-Joseph. Wellen von Quitte und Mirabelle drücken aus dem Glas, dann auch Eisenkraut, Thymian, weißer Pfeffer. Obwohl der Wein so gigantisch viel Kraft hat, wirkt er zu keiner Zeit schwer oder üppig. Die feine Säurespur zieht den Wein im Nachhall wieder schön nach oben, die steinige Mineralität treibt ihn an. Immer weiter, immer weiter, hört nicht mehr auf hintenraus. Dann auch etwas mehr Grapefruit, Orangenöl. Die kleinen Erträge sind der Turbo, der sich nicht in Schwere, sondern in Energie überträgt. Das macht Chapoutier schon ziemlich gut, aber es sind eben auch nur alte Reben auf sehr kargen Böden. Das ist herausragend für Saint-Joseph Blanc und neben Gonons und Ferratons Les Oliviers klar die Spitze der Appellation.