Seit Jahrgang 2022 verwendet Chapoutier ein bisschen Rappenanteile in der Vergärung, das kam vor allem durch das Bestreben von Maxime Chapoutier. In 2024 sind es schon über 20 Prozent, um den Weinen noch mehr Drive und Fokus mitzugeben. Sie sind etwas später zugänglich dadurch, weil sie etwas schärfer werden, aber dafür reifen sie wahrscheinlich noch graziler. Maxime Chapoutier vergleicht den Jahrgang 2024 am ehesten mit 2010 in dieser kühlen, sehr fokussiert geradeauslaufenden und in der Jugend etwas unnahbaren Charakter. Die Weine brauchen Zeit, sind aber unglaublich fein und elegant. 2024 ist ein so schickes Jahr, wie eine Turbovariante des kühlen 2021. Wir sind ähnlich fein und saftig in der Aromatik, aber haben durch kleine Erträge mehr Druck und eine gewisse positive Austerität. Die Reben im Le Méal stehen in Südexposition, 100 Prozent Syrah. Die Trauben werden im Weingut komplett entrappt. Der Ausbau erfolgt im Barrique und vereinzelt in Holzfudern für rund 18 Monate, davon sind etwa 25 Prozent Neuholz. Le Meal strahlt immer mit die größte Wärme und Reichhaltigkeit aus, zugleich eine sagenhafte Balance in dieser Wucht. Er ist nicht ganz so abgehoben fein wie der L’Ermite, sondern etwas reichhaltiger, generöser in der Frucht. Wir sind in 2024 bei total polierten Waldbeeren, bei Brombeermark und Waldblaubeere. Das Ganze mutet erstaunlich kühl an, es ist eben ein bisschen wie 2010. Sehr konzentrierter, steiniger Geradeauslauf, bis die Wärme der Frucht mit schönen Karamellen übernimmt. Nichts erinnert an die vergangenen Jahre der trockenen und überstrukturierten Hermitages. Die Reife und Feinheit der heutigen Zeit macht die Weine so zugänglich und trotzdem werden sie sicher ewig halten. Le Meal hat diese beeindruckende Wechselwirkung zwischen leicht süßer, fast etwas exotischer Frucht und dem brachialen Stein des Hermitage. Genial, auch wenn ich die totale Finesse eines L’Ermite noch etwas mehr schätze, aber das ist Geschmackssache.