2025 war die früheste Lese aller Zeiten bei Chapoutier, am 14. August ging es in Saint-Peray los. Der Spätsommer war von einer großen Hitzewelle geprägt, der die Reife vorangetrieben hat und die Trauben stark aufkonzentriert hat. Es gibt rund 20 Prozent weniger Ertrag als erwartet, weil die Trauben so wenig Saft ergeben haben. Maxime Chapoutier sagte, er habe noch nie so hohe Extraktwerte in seinen Weinen gehabt wie 2025. Ein Wein der 'selection parcelaire', der vielleicht extremsten Form der in der Rhone biodynamisch betriebenen Weinberge. Die Côte-Rotie ist die nördlichste der roten Appellationen der Nordrhône und damit auch oft die feinste. Und kaum ein Winzer verbindet Finesse und Power so gut wie Michel Chapoutier. Deutlich vom Schiefer geprägtes, grandios elegantes und klassisches Nasenbild. Power aus dem Stein, weniger blumig als Neve, pur und puristisch. Schwarze Kirsche, Cassis, schwarzer Pfeffer, Chilischärfe. Dieser Eindruck zieht sich auch in den Mund, mit zupackendem Stein, der alles einnimmt. Toller Gesamteindruck, extreme Balance bei gleichzeitiger Hyperlänge. Sehr intensiv, sehr klassisch. Der Neve ist zugänglicher und cremiger, das hier ist Oldschool-Nordrhône mit purer Mineralität auf der Zunge.