Chapoutiers Philosophie in Châteauneuf ist folgende: nur 100 Prozent pure Grenache. Nie Holzeinsatz, sondern alles ist immer nur in Beton. Dafür extrem lange Mazeration in Betontanks, danach Ausbau in großen Granit-Eiern. Es gibt in Châteauneuf nie Holz bei Chapoutier. Der Wein wächst auf einem sandigen Plot im Osten der Gemeinde. Es ist der neuste Zugang bei Chapoutiers Lieu-dits-Selection im Süden, 2023 war die erste Abfüllung dieses brandneuen Weins. In 2024 ist die Produktion dann leider auf ein Minumum geschrumpft, zwischen 80 und 90 Prozent Verlust im Süden durch Mehltau, da hat es die Biodynamiker besonders hart getroffen. Das was übrig bleibt, ist ein bisschen die Turboversion des superfeinen 2021, vielleicht ein Touch der Eleganz und Balance von 2010 dabei. Die Nase ist sehr Grenache vom Sandboden, das heißt komplett auf Finesse. Zarte Walderdbeere, Brombeermark, Rosmarinzweig und etwas Holzkohle. Kühler, saftiger Mund, für Châteauneuf fast straff, wirklich schick balanciert. Leicht gekühlt ist das ausgesprochen elegant zu trinken, vor allem in der Jugend. Unglaublich wie elegant und schwebend dieser Chateauneuf bereits in seiner Jugend ist. Ganz fein marmorierende Säurefrische aus Cassis und Blaubeere, keine Wucht, nur Feinheit. Ein wahnsinnig schicker Grenache, wer aber mehr auf die Powerseite der Gemeinde steht, der muss zum Barbe Rac greifen, das ist klar. Die Konzentration ist in 2024 fraglos da, es waren ja winzige Erträge, allerdings ist der Jahrgang weit von jeglicher Opulenz entfernt, sondern total geschliffen.