Das ist kein einfacher Wein, wie es die Appellation vielleicht vermuten lässt. Wir sind bei Tardieu schon bei den Côtes-du-Rhône in einem wahnsinnigen Niveau. Das hat so viel Power, so viel Druck. Laut Michel Tardieu ist das einzige Manko dieses großen Jahres, dass es zu konzentriert ist, zu intensiv, zu viel mitbringt, sodass es nur wirkliche Kenner verstehen werden. Das sind keine Glou-glou-Weine für den schnellen Konsum. Nein, selbst beim Côtes-du-Rhône ist das ein Jahr mit hohem Anspruch, tief und mit Reifepotenzial für viele, viele Jahre. Wir haben Granatapfel, Walderdbeere, Unterholz und Salbei, auch Holzkohle. Wahnsinnig dicht und reich, so kompakt, dass man die Augen zusammenzieht. Er hat eine sehr große Ähnlichkeit zum Calendal von Philippe Cambie. Man muss dazu sagen, dass die Tardieus einen Großteil ihrer Weine aus Rasteau von Escaravailles, den Partnern des leider bereits verstorbenen Philippe Cambie, beziehen. Also kommt diese Ähnlichkeit nicht von ungefähr. Das Famose ist aber, dass wir hier auf dem Qualitätslevel eines Calendal sind, aber preislich nochmal darunter liegen. In diesem hochkomplexen Rahmen gibt es an der Rhône wenig Weine, die mit diesem Nobles Origines mithalten können. Und während ich das alles spreche, verhallt der Wein überhaupt nicht. Er steht im Mund wie ein mit Waldbeeren und süßen Blüten garnierter Felsen. Eine burgundische Duftkomplexität ausstrahlend, ein bisschen Chambolle-Musigny. So wie der weiße Nobles Origines ist auch der rote einfach eine Sensation im Preis-Qualitätsverhältnis. *** Das Konzept Nobles Origines, also Wein aus Toplagen zu vinifizieren, ist beim Weißwein etwas breiter definiert, weil dort auch die Nordrhône einbezogen werden kann. Im Süden bietet der Wein aufgrund der Top-Terroirs immer eines der besten Preis-Genuss-Verhältnisse überhaupt. Der 2025er hat 14,5% Alkohol. 75% Grenache, 25% Syrah. Rund 50 Jahre alte Reben in Rasteau, Seguret und Beaumes de Venise. Nur von besten Terroirs bester und bekannter Winzer. 100% entrappt in 2025. Spontan vergoren und dann 10 Monate in ein- bis zweijährigem Barrique auf der Hefe verbleibend, danach 8 Monate auf der Feinhefe im großen Stockinger Fuder aus Allier- und Troncais-Eiche. Ungeschönt und unfiltriert gefüllt, 44 mm Naturkork.