Der Châteauneuf VV ist die Spitze bei Tardieu in der Gemeinde in 2025, da es aufgrund der kleinen Erträge keine Cuvée Speciale gibt. Er ist noch reicher, satter, dunkler und zugleich eleganter, feiner und geschliffener. Die Ganztraubenfermentation wird von vielen Menschen immer wieder missverstanden als rein stilistisches Mittel, um mehr Natürlichkeit zu propagieren. Aber bei den Ganztrauben geht es heute eigentlich um Frische, um das Bewahren von natürlich frisch zu trinkenden Weinen. Die Nase ist natürlich von diesen Rappen beeinflusst. Himbeere, Erdbeere, dunkle Zwetschge. Insgesamt aber eher rotfruchtig aus dem Glas steigend. Wuchtiger Mundeintritt, aber auch hier erstaunlich viel rote Frucht. Reife Walderdbeere, Waldhimbeere, aber auch Amarena Kirsche dazu. Die sehr alte Grenache dominiert durchaus. Und die Rappen machen es durchaus möglich, dass dieser Wein trotz 14,5 Volumenprozent Frische zeigt. Der Wein tänzelt und macht Spaß. Aber er hat natürlich nicht diesen komplett natürlichen Angang wie die Cuvée Spéciale aus gleichem Haus. Er fällt etwas klassischer aus, zeigt aber durchaus Größe. Gehört in 2025 zu den besten Châteauneuf der Gemeinde, auch da es keine Cuvée Speciale aus dem Jahrgang geben wird. ***** Der Vieilles Vignes besteht aus 80 Prozent Grenache, zehn Prozent Syrah und zehn Prozent Mourvèdre. Er wächst auf den Lagen La Crau, La Janasse und Les Gardioles. Also durchaus namhafte Lagen. Die Grenache ist an die 100 Jahre alt, die Mourvèdre an die 80 Jahre und die Syrah 50 Jahre. 14,5 Volumenprozent. Die Hälfte der Trauben wird nicht entrappt. Das bewahrt Frische. Der Anteil an Ganztrauben nimmt immer mehr zu. Früher hat das Michel Tardieu nur bei seiner Cuvée Spéciale so gehandhabt. Inzwischen, mit den immer wärmeren Jahren, ist das ein probates Mittel, um Frische zu bewahren. Spontan vergoren, nach dem Abpressen 12 Monate in ein und zwei Jahre alten Barriques ausgebaut. Dann weitere 12 Monate im großen Fuder. Keine Filtration, keine Schönung.