Markus Molitor nur auf Riesling zu reduzieren, wäre ein fataler Fehler. Bereits 1997 hat er in seiner Paradelage Klosterberg die ersten Chardonnay-Reben gepflanzt. Seine Kollegen haben ihn damals für diese Aktion belächelt, heute ist Markus aber der vielleicht einzige Moselwinzer mit einem solch alten Rebbestand Chardonnay. Die Reben stehen in direkter Nachbarschaft zum Weingut auf kargem, sehr steinigem Schiefer mit einem hohen Eisenanteil. Ausgangsmaterial für die 3-Stern-Selektion sind nur die allerbesten, perfektesten Trauben. Markus ist eben ein echter Qualitätsfanatiker, deshalb gibt es auch so viele verschiedene Qualitätsstufen innerhalb seines Sortiments. Es gibt neben diesem Chardonnay auch einen Pinot Blanc (Weißburgunder), beide limitiert auf noch nicht einmal je 600 Flaschen. Umso mehr freue ich mich, Ihnen diese genialen Raritäten als exklusiver Vertriebspartner anbieten zu können! Nach der Lese werden die vollreifen Trauben im Keller leicht angequetscht und für mehrere Stunden auf den Beerenschalen mazeriert. Das löst einerseits die ganzen wertvollen Aromastoffe, die in den Schalen stecken und sorgt zudem für mehr Grip und Textur am Gaumen. Anschließend wurde er für mehrere Monate auf der Hefe im Barrique ausgebaut. Im Vergleich zum Pinot Blanc, ist die Nase des Chardonnay noch einmal deutlich dichter verwoben, ernster und weniger fruchtig, fast etwas mystisch von nobler Reduktion und feiner Rauchigkeit geprägt. Das ist ein sehr eleganter Wein, er liegt stilistisch irgendwo bei Chassagne-Montrachet mit einem Touch mehr Frucht. Wir haben Litschi, gerösteten Sesam, Zitronenabrieb, Mandelmus und feinste Tahiti-Vanille, auch etwas eleganten, duftigen Blütenhonig darüber. Im Mund setzt die tiefschürfende Salzigkeit einen Gegenpol zur aromatischen Nase, da wird es richtig straff, kühl und steinig. Aufgelöste Muschelschalen, Austernwasser, weißer und gelber Pfirsich mit einem Hauch von Grapefruit. Sehr dynamisch und agil, kraftvoll, aber null fett. Wird hintenraus immer feiner und salziger und schlanker, Wahnsinn. Mosel-Chardonnay at it’s best und sicher auch einer der komplexesten Deutschlands. Qualitativ ist das auf einem Level mit dem großartigen Pinot Blanc, der vielleicht eine Spur charmanter daherkommt. Der Chardonnay ist der mineralischere, dichtere Vertreter und für mich deshalb minimal höher bewertet. Ich konnte mich aber zwischen diesen beiden Ausnahme-Burgundern einfach nicht entscheiden, weshalb ich Ihnen nun – nicht ganz ohne Stolz – beide Exemplare anbieten kann. Groß sind sie beide allemal!