Ein kühles, aber druckvolles Kabinett. An der Nahe haben die Kabinette 2023 nicht die unendliche Feinheit wie 2021 oder 2022, sondern sind schon etwas reifer und kraftvoller, haben mehr Dampf. Die Nase duftet wunderbar nach reifen roten Äpfeln, nach Orangenabrieb, Zitronat und einem Hauch Melisse. Weißer Pfeffer, eher fruchtreduziert. Der Mund ist supersaftig, kandierte Zitrone, Mandarinenschale, pikant im Nachhall mit feinem Salz. Der Mund ist saftig und dicht, hat eine vibrierende Säurefrische, die sich über die Orangen-Nektarinen-Kombi schön abrollt, klar mit mehr Druck als die Mosel. Läuft nur geradeaus, ich mag das. Steinig und stramm zwar, aber doch mit genug Verspieltheit und Saft, dass er auch jung schon Freude bringt. 93/100