Honig, Birne, Quitte und weiße und gelbe Melone in der Nase. Sehr duftig, sehr fein, ätherisch und spielerisch. Gelbe Blüten, Sanddorn und Orangenzesten. Das ist schicker Stoff in der Nase! Im Mund entsteht Verblüffung bei mir: Der Wein ist so unglaublich fein und blumig, überhaupt nicht schwer – kein Holz, kein Powerteil. Trotzdem ist er so hochintensiv. Wie kann das zusammenpassen? Eine cremige Intensität von Kumquat, Orangenzesten, Quitte, weißer Schokolade, weißer Johannisbeere, süßem Sanddorn und süßen Blüten. Ein Wein, der Kraft und Druck hat und trotzdem fein, filigran und beschwingt ist. Konzentrierte Finesse. Was für eine Freude! 94-95/100 *** Der weiße Châteauneuf Cuvée Réservée kommt von ungefähr einem Hektar Rebfläche. Sandig, lehmige Böden mit teilweise Kieselauflagen. 60% Clairette, 30% Grenache Blanc, ein kleiner Anteil Bourboulenc sowie Roussanne. Der Weingarten wird seit nunmehr 2 Jahren vom österreichischen Winemaker Andreas Lenzenwöger komplett biodynamisch bearbeitet. Dieser Wein wird als Ganztraube abgepresst, zügig innerhalb einer Stunde. Also keine Maischestandzeiten. Dann spontan vergoren im Stahl, er bleibt danach auch im Stahltank. Wird bis April auf der Vollhefe belassen, um ein bisschen mehr Fülle zu bekommen. Das Geheimnis dieses Weines, der sich in den letzten Jahren so dramatisch verbessert hat, ist aber die Weinbergsarbeit. Kurz geschnittene Triebe, aber dennoch insgesamt viel Laubwand und dadurch eine hohe Beschattung der Trauben.