Lobenberg: Eine steile These, aber Julian Hubers Schlossberg ist mit ziemlicher Sicherheit der beste Chardonnay Deutschlands! Und ja, ich würde ihn auch einigen, sogar nochmal deutlich kostspieligeren Burgundern vorziehen. Der Schlossberg hat einfach nochmal eine ganz eigene Magie, eine besonders einnehmende Art, die einen sofort in den Bann zieht. Ähnlich wie ein Kirchenstück von Bürklin oder ein Gutedel 10hoch4 von Ziereisen. Das sind einfach Weine, die für sich sprechen, die definitiv in erster Reihe der besten Weißweine der Welt anzusiedeln sind. Teilweise sehr alte Reben, aber auch Neupflanzungen. Viel Genetik aus den besten Puligny-Lagen von Leflaive, sowie Klone aus der Champagne. Der Wein wird als Ganztraube auf einer Spindelpresse gepresst. Dadurch bekommt er eine zarte Phenolstruktur von den Schalen. Die spontane Vergärung und der Ausbau erfolgen komplett im Barrique, davon etwa ein Drittel neues Holz, überwiegend aber zweite und dritte Belegung. Diese Nase allein ist schon ein Traum aus steiniger Eleganz. Rauchige Kalksteinnoten verbinden sich mit Verbene, Bergminze, Amalfizitrone und Bergamotte zu einer kühlen, ultra brillanten Einheit. Auch wenn man es gar nicht sofort merken würde, der Schlossberg ist eine warme Lage, dementsprechend haben wir hier auch eine gewisse Exotik drin. Mit ein bisschen Luft kommen Noten von Maracuja und Nashibirne zum Vorschein. Am Gaumen dann kraftvoll und absolut spannungsgeladen. Was für eine enorme Vibration! Kalkstein, Salz, griffige Gerbstoffe und reife Säuren. Wow, was für eine Power! Das schiebt, der Wein steht einfach unfassbar lange am Gaumen, das ist absolut irre! Wenn wir beim Bienenberg eher Hochlagen-Meursault dachten, haben wir hier einen Wein vom Format Chevalier-Montrachet. Absolut groß, legendär und leider ebenso rar.