Lobenberg: Das ist ein neues Projekt von Brovia und der erste Schaumwein des Weinguts. Das Ziel war es, einen authentischen Blend der Langhe zu kreieren. Er besteht aus 50-60 Prozent Barbera (sie trägt zur Frische bei), 30-40 Prozent Nebbiolo (sie gibt dem Wein seine Schultern und das kräftige Rückgrat) und circa 10 Prozent Freisa. Freisa war traditionell eh schon immer eine piemonteser Rebsorte, die gerne zu einer zweiten Gärung in der Flasche neigte – beispielsweise die Freisa von Vietti oder auch Bartolo Mascarello hatte in der Vergangenheit jedes Jahr dieses typische Prickeln der Nachgärung auf der Zunge. Deshalb war es für das Winzerpaar Alex und Elena absolut naheliegend, sie in den Blend aufzunehmen. Zum Teil aus eigenen Trauben, zum Teil wurden Trauben zugekauft, aber in Zukunft wird das Weingut auch für diesen Wein auf eigene Trauben umsteigen. Die Trauben für diesen Schaumwein werden immer etwas früher gelesen und dann gemeinsam vergoren. Der erste Release, basierend auf dem Jahrgang 2019, kam 2024 auf den Markt. 2020 wurde im Mai 2025 nach satten 50 Monaten auf der Hefe degorgiert. Leuchtendes, zartes Goldgelb mit einem Hauch Kupfer. Schon die Nase ist voll wunderbar cremiger Aromen! Honigmelone, gelbe Äpfel, Nektarinen, Mandarinen und Williamsbirnen. Würziges Bienenwachs, weiße Blüten, zarte Noten von verführerisch duftendem Brioche und geschmolzener Butter, schwebende, duftende Kräuter, etwas Lindenblüte, ein Hauch Anis, weiße Lakritz, nobler Safran und eine zart würzige Hefe-Aromatik, auch etwas weißer Honig. Im Mund ist das ein ultra eleganter, geradeauslaufender Schaumwein. Viel Pfirsich, Quitte, gelber Apfel. Die Perlage ist fein und geradlinig. Hier haben wir 2 Gramm Dosage, der Wein ist also beinahe knochentrocken. Die zarte kalkige Salzigkeit und Mineralik, die sich auf der Zunge ausbreitet, lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Säure ist erfrischend und auch linear – dieser Wein wird sie mit ein paar weiteren Monaten Flaschenreife integrieren. Man würde bei all dieser Spannung und Energie niemals vermuten, dass der Wein bereits satte 50 Monate auf der Hefe reifen durfte. Er strotzt vor jugendlicher Energie! Pinke Grapefruit, gelbes Steinobst, duftende Walderdbeere, auch reife Himbeere und Zitrusfrucht. Der Stoff hat eine komplett eigene Identität, ein eigenständiger Terroirwein! Er gehört übrigens nicht in ein Champagnerglas, sondern am Besten in ein Weißweinglas, um die fesselnde Entwicklung im Glas zu entfalten. Bei jedem Reinriechen kommen neue Aromen hinzu. Dieser Power-Schaumwein braucht definitiv etwas Luft. Was für ein grandioser Start für dieses spannende Projekt. Schaumwein aus dem Piemont wird wahrscheinlich zum »Next Hot Stuff« gehören. Der erstaunliche Wein ist Stoff für Liebhaber der Intensität und Frische und wird mit etwas mehr Flaschenreife wie gesagt noch zulegen und runder, geschliffener werden. Das hier darf sich mit den besten Weinen der Champagne messen und ist aus dem Stand mit in der ersten Reihe Italiens. Aufregend!