In diesen Wein gehen die besten Semillon-Trauben von Alkina aus den 1950 auf Tonböden gepflanzten Blöcken 2 und 8 im »Old Quarter« ein. Wie immer bei Alkina natürlich 100 % Bioanbau und auch Southern Cross zertifiziert. Mit dem groben Trub (der besteht z.B. aus ausgefallenen festen Bestandteilen des Fruchtfleischs und Traubenschalen) im Beton vergoren und anschließend in einer Mischung aus gebrauchtem Holz, Ton-Amphoren (Qvevri) und Stahltank fünf Monate lang auf der Hefe ausgebaut. Mittleres, leuchtendes Zitronengelb mit einem Hauch Grün. Nach dem zuvor probierten KIN Semillon des Weinguts ist der Estate Semillon ein komplett anderes Biest im Glas! Ein Semillon mit der anmutigen Erhabenheit und Statur eines weißen Burgunders. Saftiges, reifes, gelbes Steinobst mit frischem Zitronensaft, Noten erfrischender Gartenkräuter, Zitronenblüten und getrockneter Minze steigen in die Nase. Der schwebende Hauch von Vanilleschote, geschmolzener Butter und Zimt ist so perfekt und harmonisch verwoben, dass man schon wirklich aufpassen muss, ihn nicht zu verpassen. Dieser Semillon schiebt mit wunderbarem aromatischem Druck aus dem Glas und hat zugleich den Harmonieregler voll aufgedreht. Ein Wein mit enormem Charme. Mit etwas Zeit im Glas wird die salzige, dezent rauchige Kalkstein-Mineralik immer lauter. Der Mundeintritt ist im ersten Moment cremig, doch schon im nächsten holt der Wein mit zitrischer Frische und Spannung aus. Zitrone, Limettenabrieb und dezent bittere, getrocknete mediterrane Kräuter zeigen sich am Gaumen. Die geradlinige Säure hinterlässt Aromen von perfekt reifer Nashi-Birne, Mirabellen und salzigem Kalkstein mit einem cremigen Touch Brioche und Vanille auf der Zunge. Dabei ist der Stoff alles andere als schwer und verbleibt mit mittlerem Körper und einer dezenten Haptik lange auf der Zunge. Alkina ist ein relativ neues Weingut mit zum Teil sehr alten Reben im Barossa Valley und schlägt trotzdem schon heute große Wellen. Ich bin gespannt, wohin die Reise noch geht!