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Im Portrait

La Vigna delle Scuderie

Der Name La Vigna delle Scuderie (Rennstall) ist eine humorvolle Anspielung auf Marco Micangelis erste Leidenschaft, denn er erlangte in Italien als Sport- und Tourenwagenfahrer Bekanntheit. Das Feuer für seine zweite große Leidenschaft, den Weinbau, wurde erst später und zudem beinahe durch Zufall entfacht.

Der geborene Römer träumte schon immer von einem idyllischen Rückzugsort auf dem Land – am liebsten in der Maremma, nahe der toskanischen Küste, wo er sich nach endlosen Runden auf der Rennstrecke in die unberührte Natur zurückziehen konnte.

Eine einzigartig schöne, idyllische Lage

1990 entdeckte er das historische, einst sogar adlige Landgut im hügeligen, malerischen Ort Giardino, ganz in der Nähe des mittelalterlichen Städtchens Capalbio, das durch seine verträumten, ursprünglichen Gassen bezaubert und nicht zuletzt durch den Skulpturengarten »Giardino dei Tarocchi« der Künstlerin Niki de Saint Phalle Berühmtheit erlangte.

Das wunderschöne, pittoreske Tal wird von Hügeln umrahmt, die sich zum Meer hin öffnen und ein Gefühl von unendlicher Weite vermitteln. Ein Ort, der von Anfang an wie maßgeschneidert für Marco und seine Familie war – Liebe auf den ersten Blick sozusagen.

Weinflaschen

Leidenschaft, die bewegt

Es dauerte nicht lange, bis sich in der stillen, ländlichen Umgebung der tiefe Wunsch in Marco entwickelte, auf diesem einzigartigen, vier Hektar großen Anwesen irgendwann einmal große Weine zu erzeugen. 1990 wurden die ersten Parzellen mit Reben bestockt. Somit war Marco Micangeli mit seinem Weingut La Vigna delle Scuderie sogar Vorreiter – noch vor dem nur wenige Fahrminuten entfernten, bis jetzt sicher noch bekannteren Weingut Monteverro.

Marco nahm eben erst einmal bescheiden Anlauf, denn er ist Perfektionist und setzte die Messlatte für den Aufbau seines eigenen Traumweinguts nach höchsten Qualitätsmaßstäben ganz oben an.

Einige Jahre lang wurden die Trauben der damals noch jungen Reben deshalb an bereits bestehende, renommierte Weingüter in der Nähe verkauft.

Mit Carlo Ferrini wurde einer der größten Star-Önologen der Toskana hinzugezogen, der mit seiner wegweisenden Beratung eine Wende zur eigenen Weinproduktion auf höchstem Niveau eingeleitet hat.

Carlo legte gemeinsam mit dem leidenschaftlichen Winzer Amar Amarouche – eine Leihgabe des Kultweinguts Brancaia, das Carlo ebenfalls berät – den Grundstein für das Spitzenweingut, das meiner Meinung nach ganz ohne Zweifel neben Monteverro hier in der südlichen Toskana die Karten neu mischen und noch für Aufsehen und Aufregung sorgen wird.

Das perfekte Terroir für große Weine

Die umliegenden Hügel um das Weingut La Vigna delle Scuderie bilden ein natürliches Amphitheater und schützen die Reben so vor extremen Wetterereignissen. Zudem sorgen sie für signifikante Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, denn nachts sinkt die kalte Luft an den Hängen hinunter. Diese Amplituden sind besonders im warmen mediterranen Klima der Toskana der wichtige Schlüssel für eine langsame und komplexe Aromenbildung sowie eine ideale Balance aus reifer Frucht und erfrischender Säure am Gaumen.

Der Boden besteht aus einer für den Weinbau wirklich perfekten Mischung aus mineralischer Vulkanerde, Ton und kalkhaltigem Skelettboden. Dieser Untergrund verleiht den Weinen nicht nur ihre vibrierende Mineralität, maximale Finesse und die atemberaubende, elegante Spannung, sondern bringt zudem Trauben hervor, deren Struktur für langlebige Weine sorgt. Zudem stellt diese komplexe Zusammensetzung des Bodens sicher, dass ausreichend Feuchtigkeit zur Versorgung der Reben während des trockenen Sommers gespeichert wird. Das Klima in unmittelbarer Nähe zum Mittelmeer wird durch stetige, kühlende Meeresbrisen erfrischt. Es sorgt dafür, dass die Trauben nach Regen auf natürliche Weise schnell abtrocknen – somit stellt Schimmelbildung keine Gefahr dar. Zudem bleibt die erfrischende Säure der Trauben durch die kühlen Brisen erhalten.

Weinreben

Einzigartige Biodiversität

Das Weingut La Vigna delle Scuderie ist in ein perfektes Ökosystem gebettet und ermöglicht so nachhaltige Landwirtschaft aus dem Bilderbuch. Die große Artenvielfalt in den Weinbergen ist die Basis für eine hohe Biodiversität. Die damit einhergehende natürliche Konkurrenz zwischen den Arten minimiert den nötigen menschlichen Einsatz, um Schädlinge im Weinberg unter Kontrolle zu halten, auf ein Minimum. Hier wird nachhaltig und minimalinvasiv gearbeitet und in Zukunft eine Bio-Zertifizierung angestrebt.

Die Weine

Die genialen Weine des Boutique-Weinguts werden auf den vier Hektar Rebfläche in kleiner Stückzahl und in echter Handarbeit gemacht.

Auch wenn er unter der bescheidenen Bezeichnung Toscana Rosso IGT abgefüllt wird, ist der »I Marchi« das Flaggschiff des Weinguts La Vigna delle Scuderie. Der erste Jahrgang 2019 war ein reiner Cabernet Sauvignon, mittlerweile sind 20 Prozent Merlot und 10 Prozent Cabernet Franc im Blend. Der 18-monatige Ausbau erfolgt im Barrique, 50 Prozent davon neu.

Der Vermentino »La Pantera« wird im Stahltank vergoren und anschließend zu 10 Prozent in Tonneaux und zum Rest im Stahltank ausgebaut.

Marco Micangeli verfolgt sein Ziel, die genialsten Weine der südlichen Maremma zu produzieren, so unnachgiebig, wie er einst auf den Rennstrecken der Welt in die Zielgerade fuhr.