Der Wein wächst auf 260 Metern, an einer Oberkante des Morstein, also in Westhofen. Die Trauben für den Reserve wachsen im höchsten Teil des Hangs, über 250 Meter hoch. Sehr lange Hangzeit, die am spätesten reifenden und gelesenen Sauvignons. Der Sauvignon Reserve wird über eineinhalb Jahre in burgundischen Barriques und 500 Liter Tonneaux ohne Batonnage ausgebaut. Aber klar 100 Prozent Holzausbau, die Majorität bleiben Tonneaux. Auch direkt in den Fässern vergoren. Das ist Gesine Rolls burgundischer Wein, denn obwohl es Sauvignon ist, baut sie ihn eher wie einen Burgunder aus. Leichte Anklänge von exotischer Frucht, feinen herbalen, grünlichen Noten. Kalkstaub und Salbei, Maracuja, Mangoschale. Es nicht so grün wie 2021 aber auch nicht so üppig wie 2018, ziemlich perfekt ausgewogen. Das Holz ist schon spürbar als wärmende Hände im Rücken. Ich würde den Wein dekantieren, dann kommt er schon mit einer großen Charme-Offensive daher. Kein Kitsch, burgundisch-fein. Im Reserve kommt die Reife schon höher als etwas im Terra Rossa, er ist ja viel später gelesen, hat mehr Druck und Schmelz. Das macht in so einem Jahr dann schon auch nochmal den Unterschied zur größeren Ruhe und Balance zu kommen. Der 2022er hat eine köstliche Stoffigkeit aus der gelben Frucht. Ein Wein von Weltklasse-Format aus dieser Rebsorte, da gibt es nicht vieles, was in Deutschland damit kann aus dieser Rebsorte. Berauschend viel Salz und Stein im Untergrund.