Lobenberg: Die Trauben kommen aus der Barolo Cru Lage Sarmassa auf 250 Höhenmetern und Pajagallo auf 400 Höhenmetern. Sobald sie im Keller ankommen, werden sie wie Nebbiolo behandelt: Spontan mit wilden Hefen vergoren, die Schalen mazerieren 30 bis 50 Tage lang, bevor abgepresst wird. Dann folgt dieses Jahr der 12-monatige Ausbau hauptsächlich in großen 2.500 und 3.000 Liter fassenden Holzfässern und ein 500 Liter fassenden Tonneaux. In zarteren Jahrgängen kann der Ausbau auch mal 18 Monate lang sein. Anschließend folgen 14 Monate Flaschenreife, bevor der Wein auf den Markt kommt. Das Ergebnis ist einer der anmutigsten und elegantesten Barbera der Region. Tiefes Rubinrot mit etwas Violett, ölige, eingefärbte Tränen am Glasrand. Schwarzkirschen und reichhaltige, samtige Veilchen mit frisch gedrehter Erde, sogar etwas Teer und mediterrane Kräutern steigen aus dem Glas. Hier ist so viel Finesse vorzufinden – diese Barbera wollte eigentlich ein Nebbiolo werden. Oder doch ein Burgunder?? Vielleicht ein Morgon?!? Sie legt eine schimmernd glänzende Eleganz an den Tag, aber an ihrem zarten Rüschenkleidchen hängt dann doch etwas zu viel üppige Frucht. Die ist nicht überreif oder gar süß, ganz im Gegenteil, alles ist wohldefiniert, aber es ist eben eine große Menge beeriger, saftiger Frucht. Im Mund ist die klirrende Frische der Antagonist zur vielen Frucht. Die Tannine sind fein und reif, sie hinterlassen eine zarte weiße Würze. Wow, das ist eine Barbera mit Spannung, die wirklich enorm viel Trinkfreude macht. Salziger Kalkstein bleibt auch nach ein paar Minuten noch im Mund. Obwohl ich schon gute 50 Barbera im Programm habe, gehört diese definitiv noch dazu.