Lobenberg: Ausbau zu zwei Dritteln in burgundischen Barriques und 500 Liter Tonneaux. 18 Monate im Holz, nur rund 10 bis 15 Prozent neu, dann Abstich für einige Monate in Edelstahl mitsamt der Hefe. Seit 2016 nehmen Fürsts die komplette Hefe aus den Fässern mit und lassen die Weine dann nochmal einen zweiten Winter liegen. Hier findet dann viel Autolyse statt, was dem Weißburgunder diese wunderbare Hefewürze verleiht. Dennoch im typischen Fürst-Stil, das heißt trocken durchgegoren, elegant, glockenklar und sehr gerade. Abfüllung Anfang April 2024. 2022 hat im Weißburgunder viel Energie, strahlt einen saftigen, rassigen Charakter aus. Feuerstein und weißer Pfeffer unter dem weißen Pfirsich, etwas Ingwerschärfe. Wow, was für eine Spannung im Mund! Zieht ja kaum weniger rasant als der 2021er über die Zunge. Geschliffen ohne Ende und dazu unter der Reduktion absolut brillant und glockenklar. 2022 besticht vor allem durch seine grandiose Balance. Salziger Mineralkick, feste, kalkige Tannine, die lange nachhallen. Schmelz und Schmackes hat er auch, aber es ist vor allem diese Eleganz von Fürst, die heraussticht. Das passt schon alles gut zusammen. Sehr schick und mit klar burgundischer Machart, eine Allzweckwaffe in der Speisenbegleitung.